Posts by Euclides

    Ich halte dies für höchst Bedeutsam, hat man den Anspruch überhaupt dem gefühlten einen Wert zu geben.:

    Wenn alles irgendwie gleich viel Wert hat, hat am Ende gar nichts einen Wert. Das festlegen, was gut und schlecht ist, gelingt dann, wenn man sich allgemeingültige Maßstäbe zurechtlegt: Harmonie mit sich selbst und mit der Umgebung: Proportionen, Maßstäblichkeit im Ensemble, Regionalität/"Lokalität", wie viel Aufwand floss zum Erbauungszeitpunkt in den Bau etc. All das ist nicht irgendwie gefühlig, sondern kann sehr wohl objektiv beurteilt werden. Und sich sogleich die Frage stellen - sollte so etwas je irgendwann an irgendeinem Ort mal zur Debatte stehen - warum sollte man die gleichen Fehler wiederholen?

    Dennoch möchte ich ergänzen, dass diese Weise der Bewertung sehr wohl auch gefühlig ist und objektive Maßstäbe ihren Ursprung, doch letzter Tiefe, in den übereinstimmenden ansprechenden Mustern finden, welche scheinbar schon immer begeisterten. In diesem Sinne, in dem Maß und Handwerk wachsen, wächst auch der Traum immer weiter.

    Soweit, dass man am liebsten historisch bevorzugte Zustände noch verbessern will und die Verachtung gegenüber manch anderen Weisen wie ein Verhängnis wird vor dem eigenen Anspruch.

    Geboten bei einer Betrachtung von diesen Bauwerken im Sinne des Forums sind wohl die Tatsachen, wie sie wohl teilweise benannt wurden. Jedwede andere geschichtliche Auslegung verlangt einen ganzheitlichen unvermeidlich persönlicheren Blick auf die Umstände. Sowohl damit, als auch mit Anfeindungen gegenüber der jeweils als Ideologie betrachteten Position ist nicht geholfen solange eine Diskussion so gewaltig verschiedene Weltbilder aneinander bringt. Damit ufert das Gespräch aus.

    Wer die Denkweise Anderer als weniger Wert betrachtet, weil sie Anders ist, ist wohl einem Dogma schon anheim gefallen. Warum also nicht abseits der Umstände über die eine oder andere Bemerkung aller Seiten der Emotionaleren hinwegsehen, beziehungsweise sie ganz unterlassen? Vorbeigehen heißt hier, übergehen.

    Der deutliche Einfluss eines schönen und beeindruckenden Umfeldes auf die Wahrnehmung eines Gebäudes fällt auf. Andersherum könnte man meinen, dass es leichter fällt so in einem entsprechenden Umfeld zu bauen, um dem Umfeld gerecht zu werden. Ich hatte immer das Gefühl in China verstand man sich in älteren Zeiten auch sehr gut auf solches zu achten.

    Das Auditorium fehlt hier noch. Die Bereiche um die alte Medizin und die Villen im Osten der Stadt sind für mich das schönste an Göttingen zusammen mit der Innenstadt und dem Rathaus. Ansonsten erkennt man, dass es wenig Veränderung gibt, dort wo es mangelt und dort wo alles funktioniert. (Im Stadtführer sollte stehen : "Man vermeide den Gang zur Stadthalle und umgehe den Busbahnhof der Altstadt." )

    Erhaltung und Verwaltung dieser Größtenteils schönen (Klein)Großstadt funktionieren. Das große Aufbegehren ist glaube ich eine nationale Sache außer die Studenten entscheiden sich sie möchten eine schönere Stadt gestalten und formen eine Bewegung für eine solche Idee. Ein solcher Anstoß würde glaube ich dann auch vom Rest der Bevölkerung getragen. Das Träumen sollte man nicht vergessen, eines Tages fange ich vielleicht an zu schlafwandeln.

    Die Unterscheidung einer kritischen Rekonstruktion von einer historischen unter dem Gesichtspunkt der Intention der Erbauer, ist eine, die sich gut machen lässt, aber praktisch sich deutlich in ihrer Umsetzung unterscheidet und große Räume umfasst. Dies halte ich für den Grund der negativen Konnotation. Alternde Baumaterialien zur Erzielung einer bestimmten Wirkung, die mit der Zeit abnimmt, ist eine subtile Sache, bei der die kategorischen Limitationen dieser Begriffe klar werden. Die Intention ist Vervollständigung. Es ist die Eigenwilligkeit der Interpreten von Gebäuden für andere, die so manchmal bei mir aufstößt. Manchmal wird der Begriff der kritischen Rekonstruktion jedoch verwendet, um nicht die heilige Authentizität der Dinge anzutasten. Kritisch konnotiert verstanden ist der Begriff für mich dadurch, dass diese Authentizität vielen wichtiger scheint als die Vision, die Intention der Schönheit durch den ursprünglichen Architekten zu bewahren oder wie es wohl typischer ist: Im Sinne des nachfolgenden Architekten zu verändern und so in seinem Sinn zu verbessern. Es besteht der Glaube der Verbesserung. Den finde ich wichtig, ob es auch zur Verbesserung kommt müssen wir alle entscheiden, was der Architekt vom Vorgänger hält wird schon deutlicher.

    Es gibt verschiedene Abstufungen der Seheinschränkungen, sodass manchmal so etwas sehr sinnvoll sein kann. So weit ich weiß, sehen die wenigsten Menschen tatsächlich überhaupt nichts.

    Abseits davon könnte man mal in Erfahrung bringen wie sinnvoll so etwas an manchen stellen wirklich ist, und die Menschen fragt um dann langfristig entsprechende Änderungen der Normen mit etwas mehr Spielraum zu bekommen, solange sie ähnliche Ergebnisse als helfende Orientierung bringen. Klingt schon mühsam beim schreiben. Örtliche Ausnahamen kann man vielleicht eher schaffen.

    Ich kann auch nicht verstehen was Rekonstruktionen von Gebäuden mit Nationalbewusstsein zu tun haben soll. Ich zB habe null Nationalbewusstsein und bin trotzdem uneingeschränkt der Meinung, dass bei einem Brand zerstörte Baudenkmäler originalgetreu wieder aufgebaut werden müssen.

    Dem würde ich eingeschränkt zustimmen. Ich würde aber behaupten einem patriotischen Menschen, der gleichzeitig ein Bewusstsein für die Kulturgeschichte hat, ist aber eher dazu geneigt sich für die Region in der er lebt, seine Heimat einzusetzen, wenn sie ihm also dadurch wichtig ist. Beide Bedingungen haben es so an sich, dass ein kulturgeschichtlich interessierter Mensch eher lernt ein Land zumindest in dieser Weise zu schätzen, ein Mensch mit Bezug zur Heimat sich wohl eher für die Kulturgeschichte interessiert, sowie auch seine Entwicklung. Gesellschaftspolitische Differenzierungen sind schwer. Man entschuldige diesen Einwurf.

    Das zumindest die Voraussetzungen für eine Rekonstruktion des Gebäudes gut stehen ist sehr schön.

    Theoretisch würden die Fahnen auf der "richtigen Seite" des Schlosses nach Beflaggungsregeln stehen und die vier Flaggen EU, Bund, Land und Gemeinde hätten Platz, auch wenn sie irgendwie nah aneinander zu sein scheinen. Warum es an einem Schloss oder Museum Flaggen bräuchte verstehe ich aber nicht ganz. Wir werden sehen. Vielleicht möchte man ja eine Ehrenwache einführen, die dann mit einer Art Flaggenparade was zu tun hat.

    Beide Foren habe ich mir angeschaut und die von euch genannten Unterschiede sehr geschätzt. Das APH erlaubt sich etwas weiter, höher zu denken um einen Kontext zu städtebaulichen Themen zu ermöglichen, der mitunter etwas ausufert und langweilig wird, wenn es den Diskurs dominiert, jedoch einen gewaltigen Vorteil in den Gestaltungsmöglichkeiten bietet im Hinblick auf mögliche Ideen und Gedanken derjenigen, die sich mit einem Wandel der Stadt beschäftigen. Eine Einschränkungsgrenze zu finden ist schlicht nicht richtig möglich, denn für alle beginnt und endet der Gedanke an anderer Stelle. Gestützt natürlich durch die Galerien zu denen beizutragen ist.

    In meinem, unserem Fall, sage ich anmaßend, liegt wohl auch der tiefe Wunsch des mitgestaltenden Willen dahinter. Der Mensch, der sich mitunter ärgert, traurig, müßig ist und Freude an dem hat was er sieht und sich vorstellt, was zur Realität werden kann, wenn man sich die gründende Hoffnung nicht nehmen lässt. Da mag man sich noch so sehr vor Enttäuschung verstecken. Da lässt sich sagen: Allein ein Gedankenaustausch dieser Art ist nicht hoch genug zu schätzen.