Posts by Orakel

    Orakel - Der Titan kann seine Atmosphäre nicht primär wegen der niedrigen Temperatur halten.

    Auch eine noch so hohe Temperatur könnte die Moleküle kaum auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigen. Entscheidend ist wohl ein Mix aus Ursachen: An erster Stelle das schützende Magnetfeld des Saturn, in dem sich der Mond meist befindet, das den Sonnenwind abhält.

    Das stimmt so einfach nicht. Die tiefe Temperatur ist ein ganz entscheidender Faktor warum der Mond seine Atmosphäre halten kann. Das schützende Magnetfeld des Saturn spielt natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle ist aber nicht allein und schon gar nicht primär entscheidend. Und warum sollten hohe Temperaturen Moleküle nicht auf Fluchtgeschwindigkeit beschleunigen können???

    Ich finde es echt interessant wie du das, was du mal mehr und mal weniger genau weißt, in deinen Posts immerzu zu Fakten werden lässt, die deinen Vorstellungen und deinem Weltbild entsprechen. Und mit welcher Inbrunst du das dann vertrittst. Bei Perry Rhodan war das auch immer so.

    Grundsätzlich können so kleine Objekte wie der Mars eine dichte Atmosphäre halten. Wir haben ja ein Beispiel im Sonnensystem für einen Körper, der noch kleiner und leichter als der Mars ist, und dennoch über eine Atmosphäre verfügt, die dichter als die der Erde ist: Der Saturnmond Titan. Es geht also.

    Nö, es geht nicht. Zumindest nicht unter halbwegs normalen Bedingungen. Titan kann seine dichte Atmosphäre nur halten, weil Moleküle bei den extrem niedrigen Temperaturen da (ca. Minus 200 Grad!!!) sehr langsam unterwegs sind und deshalb nicht entweichen. Selbst die großen Jupitermonde sind dafür noch zu warm.

    Davon ab gibt es derart viele mögliche Filter Events in unserer unmittelbaren Gegenwart, dass wir uns mal kräftig sputen sollten.

    Immer ruhig bleiben: Perry Rhodan ist doch schon längst am Start. Nur nennt er sich jetzt HelgeK.

    :)

    Ich habe zu dem Thema jetzt mal ausführlich die KI befragt und diese hält sogar Starts bei Planeten mit bis zu 3 G und evtl. mehr technisch für möglich. Dabei habe ich die Frage wiederholt anders formuliert. Dass das Verhältnis von Startmasse und Nutzlast bei höherer Gravitation nicht unbedingt günstiger wird ist verständlich. Theoretisch gibt es aber keinen Grund, warum man nicht erheblich größere und schubstärkere Raketen als das Starship oder die Saturn V bauen können sollte. Das Verhältnis zwischen Aufwand und angestrebten Ziel hängt ja auch immer von den persönlichen Erfahrungen ab. Wenn man eine 200 Meter hohe Rakete bräuchte um einen einzelnen Menschen in den Orbit zu bringen, dann wäre das halt so. Wenn man es halt nicht anders kennt. Aber dass das gar nicht gehen soll?

    Könntest du vielleicht mal eine Quelle für deine Information angeben?

    Die ist zwar erdähnlich, aber die kleine Abweichung hat das falsche Vorzeichen: Sie ist etwas stärker als auf der Erde. Damit könnte man dort zwar landen (falls er eine Atmosphäre hat), aber nie wieder starten.

    Mit dem Sonnenschild lag ich ja mal brutal daneben. Zu meiner Ehrenrettung muss ich aber sagen, dass ich mich mit dem Thema Terraforming der Venus auch noch nie weiter beschäftigt habe. Ich weiß aber nicht, woher du diese Information hier hast.

    Theoretisch sollte man auch eine Supererde mit 1.5 oder gar 2 G wieder verlassen können, solange die Atmosphäre noch einen flüchtigen Charakter hat und nicht schon zu sehr der eines Gasriesen ähnelt. Sicher wäre der Energieaufwand enorm und es bräuchte große Trägerraketen, aber physikalisch spräche nichts dagegen. Auch die Beschleunigung sollte man vermutlich noch aushalten können. Aber gemütlich für den Menschen wären solche Welten sicher nicht. Unsere Physis ist halt an erdgroße Welten angepasst. Zum Glück werden wir, mangels Erreichbarkeit, auch nie in die Verlegenheit kommen derartige Erfahrungen zu machen.

    Oha, ich hab das gerade auch mal gegoogelt. Hatte das nur mal irgendwo gelesen. Aber wie verrückt die Idee auch ist so einen enorm großen Schutzschild zu bauen, es ist immer noch realistischer als z. B. die Planeten von Proxima Centauri zu erreichen, welche aufgrund der Strahlungsausbrüche des Sterns vermutlich auch steril sein dürften. Und das mit der wandernden bewohnbaren Zone wäre auch nichts für Weicheier.

    Eigentlich dumm, dass Venus und Mars nicht auf der Bahn des jeweils anderen Planeten unterwegs sind. Das habe ich schon so oft gedacht. Dann wäre der Planet auf der Marsbahn zwar vermutlich auch nicht ideal, aber es würde uns eine zumindest halbwegs brauchbare Welt erwarten. Dann müssen es halt unterirdische Habitate auf dem bitterkalten Mars sein.

    Aus was für einer Legierung besteht eigentlich der Rumpf eines Starships? Stahl wird ja bei tiefen Temperaturen langsam spröde und brüchig. Wenn so eine große und hohe fragile Konstruktion monatelang Nachts bei Minus 100 Grad in der Landschaft herum steht - ich weiß ja nicht ...

    Auch eine faszinierende Idee. Allerdings hat es schon seinen Grund warum die Atmosphäre der Venus aus CO2 besteht: der Sonnenwind hat mit der Zeit, aufgrund der Nähe der Venus zur Sonne, einfach alle leichteren Elemente fortgeblasen. Es bräuchte also schon einen Schutz vor dem Sonnenwind, damit das Terraforming auch Bestand hätte.

    Auch das Problem mit dem Wasser bliebe ungelöst. Will man nicht leben wie die Fremen müsste man es schon importieren.

    Leider bin weder Chemiker noch Genetiker, aber schon jedem Laien dürfte klar sein, dass ein Terraforming der Venus eine Herkulesaufgabe wäre. Aber das Unterfangen wäre, zumindest theoretisch, vielleicht nicht völlig unmöglich - immerhin.

    Vermutlich wäre es sinnvoll zwecks Redundanz mindestens zwei Sonnenschilde zu bauen. Außerdem hätte man bei einer Beschädigung sicher etwas Zeit für eine Reparatur.

    Das Problem der Dunkelheit durch die langsame Rotation könnte man mit Hilfe von Spiegeln im Orbit lösen.

    Bleibt das CO2 in der Atmosphäre und der fehlende Sauerstoff. Das Kohlendioxid ließe sich mit Hilfe von Wasserstoff in Kohlenstoff und Wasser umwandeln. Die Frage ist allerdings wo man die enormen Mengen Wasserstoff her kriegen sollte, die es dafür braucht. Das aus dem äußeren Sonnensystem zu transportieren wäre eine geradezu biblische Aufgabe.

    Wenn er mehr als 50 Millionen in Cash hat derzeit, würde mich das schon wundern.

    Na, da kann einem der arme Mann ja fast leid tun. ;(

    Zur Venus:

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Städte in den Wolken der Venus jemals Realität werden. Man müsste ja jedes Gramm Material aufwändig importieren und könnte quasi Null natürliche Ressourcen von vor Ort verwenden.

    Was auch gerne vergessen wird, ist, dass eine Rückkehr in den Orbit nicht mit den Bedingungen auf dem Mars vergleichbar wäre. Bei einem Start von der höllischen Oberfläche bräuchte man gar eine Trägerrakete ähnlich wie auf der Erde, mit all der zugehörigen Infrastruktur.

    Ich habe mal gelesen, dass ein Schutzschild vor der Sonnenstrahlung lediglich einige 100 Meter groß sein müsste, bei einer Dicke von wenigen Millimetern. Damit könnte man die Temperatur auf der Oberfläche binnen einiger Jahrzehnte angeblich von 460 Grad auf 0 Grad oder weniger absenken.

    Beim Mars kann man aber noch was wuppen und irgendwie dort wohnen, auch wenn es extrem aufwändig und unbequem wird. Das brauchen wir für die Venus gar nicht erst versuchen ...

    Warum? Wenn wir hier schon Szenarien für die Besiedlung des Sonnensystems ersinnen, dann darf die Venus auch mit dabei ein.

    Es gab mal die durchaus interessante Idee, eine Raumsonde zur Abschirmung der Sonneneinstrahlung zwischen Venus und Sonne zu parken. Der Schild müsste gar nicht mal so groß sein. Das würde die Oberflächentemperatur innerhalb weniger Jahrzehnte enorm absenken. Auch auf die Dichte der Atmosphäre hätte das starke Auswirkungen.

    Was man nicht ändern könnte wäre die Tageslänge und das fehlende Magnetfeld. Aber vor einem Großteil der Strahlung würde allein die Atmosphäre schützen. Die Gravitation wäre für uns Menschen zudem geradezu ideal.

    Scheitern würde ein solches Unterfangen vermutlich in erster Linie an dem fehlenden Wasser auf dem Planeten. Da müsste man schon unzählige wasserreiche Kometen umlenken und auf dem Planeten einschlagen lassen. Wenig praktikabel, aber nicht völlig unmöglich wie z. B. ein Terraforming des Mars.

    Und man hätte eine bewohnbare Welt für immerhin 500 Millionen Jahre. Mit einem Schild vor dem Planeten vielleicht sogar noch für länger.

    Die Strahlenbelastung auf dem Mars wird oft von Skeptikern übertrieben hoch dargestellt. Tatsächlich entspricht sie an der Oberfläche etwa dem INNEREN der ISS.

    Wenn ich mich recht erinnere habe ich das hier mal kommuniziert. Von diesem Sachverhalt hattest du zuvor (glaube ich) keine Kenntnis. Allerdings ist ein Jahr Aufenthalt auf der ISS immer noch alles andere als gesund.

    Wie auch immer, ich sehe den Mars zunächst als guten Ort für eine Forschungsstation, ähnlich wie in der Antarktis. Warum gibt es eigentlich keine ausgedehnten Siedlungen in der Antarktis? Die ist schließlich immer noch 1000 mal lebensfreundlicher als der Mars. Schon irgendwie komisch. An Schutzabkommen alleine kann es nicht liegen.

    Ich will eine Kolonisierung des Mars ja nicht völlig ausschließen, aber deine Argunentationsweisen finde ich oft ziemlich naiv. Das soll keine Beleidigung sein.

    Und falls du mit den Mikroben keine von der Erde eingeschleppten meinst, dann werde ich davon sicher bald in der Bildzeitung lesen. Ach und ich weiß, dass es nach neueren Erkenntnissen einst sehr starke Regenfälle auf dem Mars gab.

    Auch wenn es langsam aus dem Blickfeld gerät: dies ist immer noch ein Architekturforum. Man sollte also irgendwann thematisch zur Architektur und Ausstattung von irgendwelchen Habitaten zurückkehren. Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass du darin Siedler siehst und ich eher Wissenschaftler.

    ... sondern um Menschen den Sprung ins All (- auf den Mars) zu erleichtern.

    Diese Faszination für den Mars ist schon eigenartig. Warum hat der Mars wohl eine Atmosphäre aus Kohlendioxid? Weil der Planet kein Magnetfeld besitzt und der Sonnenwind alle leichteren Elemente fortgeblasen hat. Dasselbe gilt für die Venus. Nur dass bei der Venus die Sonnennähe dafür verantwortlich ist, während der Mars einfach nichts halten kann. Man wird den Planeten also niemals nachhaltig terraformen können. Mal ganz abgesehen davon, dass im Boden des Planeten nicht einmal ansatzweise genug Material für ein Terraforming gebunden ist.

    Es bleibt also nur ein Leben in Höhlen und unterirdischen Habitaten, wie in einem Ameisenhaufen. Ich finde es interessant, dass immer wieder schöne Habitate für den Mars erdacht werden, aber quasi nie thematisiert wird, was das permanente Eingeschlossensein aus dem Menschen machen würde. Eigentlich erstaunlich, denn über die psychologischen Auswirkungen des langen Fluges zum Mars wird ja auch viel diskutiert.

    Vielleicht könnte man ja einen Kompromiss finden zwischen einem gewissen Grad an Terraforming auf der einen Seite und der Anpassung der menschlichen Physis an eine dünne Atmosphäre auf der anderen. Aber auch hier stellt man sich das dann so vor, dass dem Menschen dann eine besonders widerstandsfähige Haut angezüchtet wird (fast wie ein Raumanzug), er ansonsten aber bleibt wie man ihn so kennt. Das bei einer Besiedelung des Mars tiefgreifende Eingriffe in die menschliche Psyche erforderlich sein werden, scheint kaum ernsthaft relevant zu sein. Schwer vorstellbar, was das aus dem Menschen machen würde.

    Aber der technischen Aspekt ist natürlich auch viel interessanter. Man meistert das schon mit KI, Robotern und cleveren Starships. Da hat man alle Probleme im Griff.

    Strahlung, kein Sauerstoff, geringere Schwerkraft, kein Wasser, extreme Temperaturschwankungen, solche evolutionären Weiterentwicklungen sind wohl kaum möglich, daß da irgendein Wesen überleben kann.

    Da bin ich mir gar nicht so sicher. Es gibt z. B. radiotrophe Pilze, die Strahlung in Energie umwandeln. In beengten Habitaten bräuchte es zudem ein Schwarmbewusstsein, wie z. B. bei Bienen. Beine bräuchte es weniger. Will sagen: Es bräuchte ein Bienen, Pilz und sonstwas Mischwesen, welches mit dem Menschen quasi nix mehr gemeinsam und für das die menschliche Geschichte vermutlich keine Bedeutung mehr hätte. Deshalb habe ich auf das Protomolekül angespielt, denn dieses wäre uns auch völlig fremd.

    In Serien wie The Expanse soll es ja um unseren Weg ins All gehen, schließlich soll sich der Zuschauer in der Handlung wiedererkennen können. Die kaum verständlichen Aktionen von Pilz-Bienen und sonstwas Mischwesen wären vermutlich weit weniger interessant und nicht gut für die Einschaltquote.

    Nicht unvorstellbar, dass dann irgendwann auch Habitate nicht mehr völlig geschlossen sein müssen und ein zumindest kurzfristiges Überleben im Vakuum möglich sein wird. Auch denkbar, dass die Habitate dann selbst Teil der Lebensform sein werden.

    Nur haben wir Interesse an solchen Nachkommen?

    Welches Interesse wir an einer Fortentwicklung haben? Nun, warum investieren Eltern Zeit und Geld in Kinder? ... Wir tun es, weil wir wollen, dass die Flamme des Bewusstseins nicht erlischt. Das ist ja kein "Esoterik-Projekt", sondern der tiefste menschliche Instinkt: Die Weitergabe des Staffelstabs.

    In The Expanse sind die Belters physisch verändert (länger und dünner), aber sie sind absolut menschlich. Sie kämpfen für Gerechtigkeit, lieben ihre Familien und leiden unter denselben moralischen Dilemmata wie wir. Das Protomolekül hingegen ist ein Werkzeug ohne Bewusstsein. Der Vergleich hinkt da: Die Kolonisten bleiben Individuen mit menschlicher Psychologie, auch wenn ihre Wirbelsäule im All länger wird.

    Du vertrittst einen zutiefst idealistischen Standpunkt. Menschen bekommen Kinder um sich selbst fortzupflanzen, um sich in ihren Kindern wiederzuerkennen und damit eine Form von Unsterblichkeit zu erlangen. Es geht dem Individuum dabei nicht um den Fortbestand der Spezies. Hätte der Mensch einen derartigen Instinkt, wäre die Welt nicht in dem Zustand in dem sie ist. Anstatt die Probleme gemeinsam zu lösen, wird um Ressourcen gekämpft und werden Populisten gewählt.

    Bei der von dir genannten Fortentwicklung der Menschheit muss nicht nur einfach eine Frau ein Kind bekommen. Diese würde eine enorme gemeinsame Kraftanstrengung bedeuten. Hast du den Eindruck, dass der Mensch dazu fähig ist?

    Und The Expanse habe ich nur zum groben Vergleich herangezogen, um zu verdeutlichen um welche Hausnummer es hier geht. Es ging mir nicht darum die Serie genau zu analysieren um daraus exakte Rückschlüsse für die Zukunft der Menschheit abzuleiten. Aber wenn du schon dabei bist: längere und dünnere Gliedmaßen werden sicher nicht reichen. Es würde erheblich tiefgreifendere Veränderungen der menschlichen Physis und Psyche brauchen, was für eine Fernsehserie aber vielleicht nicht so spannend wäre. Bei aller Liebe darf man nicht vergessen, dass es bei The Expanse vordringlich um Unterhaltung geht.

    Der Denkfehler liegt vermutlich bei der Annahme, dass man unter heutigen Voraussetzungen, Paradigmen und Technologien agieren würde, wenn man ernsthaft eine extraterrestrische Zivilisation aufbaut.

    Das ist auch eine immer wiederkehrende Argumentation, an der natürlich was dran ist. Ich vermute mal, du hast auch The Expanse geschaut. Aber abgesehen davon, dass auch unter diesen Annahmen fundamentale Naturgesetze weiter bestand hätten, hätten wir mit der Spezies die dann das All kolonisiert vermutlich so viel gemeinsam wie mit den Protomolekül.

    Und darum ging es doch ursprünglich: das der Mensch eine (mindestens) interplanetare Spezies wird. Das wäre aber nicht mehr der Mensch wie wir ihn kennen, sondern mehr oder weniger eine völlig neue Spezies. Fragt sich nur, welches Interesse wir daran haben sollten eine neue Spezies zu erschaffen und dieser den Weg ins All zu bereiten, während wir zum Aussterben verdammt sind. Das wäre hauptsächlich was für Esoteriker und ähnliche Personen. Ich vermute mal, das ist auch nicht das was HelgeK im Sinn hat. Aber da warte ich lieber ab, was er dazu zu sagen hat.

    Nun zu diesem - sehr nachvollziebaren - Einwand von Orakel :

    Wir können uns - und das irdische Leben allgemein - allein auf der Erde belassen wie bisher. Oder aber eine parallele Entwicklung ausserhalb der Erde starten.

    Ich träume ja auch gerne, nur bin ich auch Realist: Alles was uns erwartet sind eiskalte, lebensfeindliche, tote und größtenteils dunkle Welten, die permanenter Strahlung ausgesetzt sind und deren Oberflächen regelmäßig von Meteoriten getroffen werden, die Glaskuppeln leicht durchschlagen können.

    Ein Leben in geschlossenen Habitaten wird unweigerlich zu Aggressionen führen. Fraglich ob eine Gesellschaft das kompensieren kann, erst recht wenn verschiedene Kulturen aufeinander treffen. Man schaue doch nur mal wozu Migration überall auf der Welt führt.

    Und dann muss man bedenken, dass jegliches irdische Leben außerhalb der Erde (Pantoffeltierchen vielleicht mal ausgenommen) ohne ständige technische Erhaltung sofort sterben würde. Wie wahrscheinlich ist es, dass dieses über Jahrhunderte, Jahrtausende oder gar Jahrmillionen gewährleistet wäre? Jeder technische Rückfall, jede Knappheit an Ressourcen, jeder Konflikt wäre eine essentielle Bedrohung. Wie viel Aussicht auf Erfolg hat das bei einer derart kriegerischen Spezies wie dem Menschen? Das sollte man sich schon ernsthaft fragen.

    Und das verlinkte Video von Erbse ist ja wirklich schön. Dem Reiz kann man sich natürlich nicht entziehen. Aber mit den Verhältnissen vor Ort wird es nicht so genau genommen. Da werden z. B. gigantische Maschinen auf dem Jupitermond Io gezeigt. Eigentlich undenkbar, denn die drei innersten der großen Jupitermonde liegen innerhalb des Hauptstrahlungsgürtels des Planeten. Jeder Aufenthalt dort wäre binnen Minuten oder gar Sekunden tödlich. Die Strahlung da ist derart hoch, dass selbst extrem robuste Elektronik das nicht lange überleben kann. Deshalb umkreisen Raumsonden den Planeten auch generell in elliptischen Orbits, die immer wieder schnell aus der Gefahrenzone hinaus führen.

    Vom Thema Gravitation und Knochenschwund war noch gar nicht die Rede. Ein gewisses Maß an Anziehungskraft braucht es schon. Eigentlich bleiben da im ganzen Sonnensystem nur vier Welten: der Erdmond, Mars, Kallisto und Titan. Eine Welt entzückender als die andere. Am ehesten geeignet wäre noch Titan. Da ist man durch die Atmosphäre vor der Strahlung und vor Meteoriten geschützt. Man bräuchte noch nicht mal einen Raumanzug, nur eine Sauerstoffflasche und eine wirklich sehr sehr sehr dicke Jacke. Ohne letztere gefriert man da im Bruchteil einer Sekunde zu Eis, hart wie Felsgestein.

    ... so nähert sich die Sonne langsam aber sicher dem Ende ihren stabilen “Lebens”phase.

    Meine Fresse, hier wird ja in ganz großen Dimensionen gedacht. Die Aktivität der Sonne wird in ca. 500 Millionen Jahren tatsächlich einen Punkt erreichen, der Leben auf der Erde unmöglich machen wird. Das wird passieren in - ich buchstabiere das mal: einer H-A-L-B-E-N M-I-L-L-I-A-R-D-E J-A-H-R-E-N. Ich weiß ja nicht was du noch so vor hast, aber in einem solchen Zeitraum kamen und gingen die Dinosaurier. Aber klar, der Mensch ist eine derart vernunftbegabte Spezies, der überbrückt einen solchen Zeitraum doch spielend. Die paar Jahre.

    Und wenn Elon uns den Weg zum Mars bereitet, ist der Anfang zur interplanetaren Spezies schon gemacht. Was macht es da schon, dass selbst eine atomar verseuchte Erde gegen den Mars das reinste Paradies wäre. Geschenkt, es geht nichts über ein Leben in Dosen. Aber nicht vergessen: ohne funktionierende Technik stirbt alles, sofort, unerbittlich. Von sich aus bewahrt die Natur da nichts. Deshalb werden interplanetare Siedler ganz harte Jungs sein, und Mädels natürlich. Wie die bei Starship Troopers. Machen nie Fehler, denn schon der kleinste könnte ins Verderben führen.

    Scheint mir genau das richtige für uns Menschen zu sein.

    Einer deiner typischen Plädoyers. Das man bisher hauptsächlich Planeten um Rote Zwerge und Gasriesen entdeckt hat liegt selbstverständlich ausschließlich an den heutigen technischen Möglichkeiten. Einen Transit einer zweiten Erde vor einen K- oder G-Stern zu beobachten bräuchte halt sehr sehr sehr viel Geduld, bei der Radialgeschwindigkeitsmethode sieht es noch düsterer aus.

    Zu einer zweiten Erde, interstellaren Reisen und unserem Platz im Universum folgender Gedanke: Vor einiger Zeit hat man bekanntermaßen die Krümmung des Raumes mittels Hintergrundstrahlung und Triangulation vermessen. Ergebnis: Das Universum weist selbst über eine Distanz von annähernd 50 Milliarden Lichtjahren (dem Rand des heute beobachtbaren Universums) keinerlei Krümmung auf. Was bedeutet, dass es vermutlich tatsächlich unendlich groß ist, oder doch zumindest beinahe. Und in so einem Raum wird es auch Abermillarden erdähnliche Planeten geben. Nur: für uns bedeutet das nichts. Alles unerreichbar. Man darf nie vergessen: zieht man den Stecker kann der Mensch nur noch mit Steinen werfen. Den Mars kann man vielleicht erreichen, aber einen erdähnlichen Planeten in 1000 Lichtjahren Entfernung? Da braucht es schon eine gute Portion Optimismus.

    Und was das Starship angeht: dieses widerspricht schon Ziolkowskis grundlegende Raketengleichungen von 1903. Scheinbar traut sich bei SpaceX aber niemand das Elon Musk zu erklären.

    SpaceX: Das Starship müsste nicht der Cybertruck der Raumfahrt sein - Golem.de https://share.google/ekNhazvQvNE5zwY0n

    Das ist eine ebenso schöne wie sinnfreie Website. Wenn man mal die tödliche Kosmische Strahlung vernachlässigt und nur das Thema Interstellare Reisen betrachtet: Allein unseren nächsten Nachbarstern Proxima Centauri zu erreichen würde mit heutiger Technologie ca. 75000 Jahre dauern. Und dabei würde sich die Reise vermutlich noch nicht einmal lohnen. Proxima Centauri ist nämlich, wie die meisten Roten Zwergsterne, ein sehr aktiver Flarestern. Sehr ungesund für Leben, wirklich sehr ungesund.

    Aber nehmen wir mal an es gelänge ein Raumschiff auf vielleicht 10 % der Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen, was die Reisezeit deutlich verkürzen würde: Bei der Geschwindigkeit würde jede Kollision das Raumschiff komplett zerlegen, selbst die mit einem Mikrometeoriten. Da würde dann ja die kinetische Energie einer Atomexplosion dahinter stecken. Es bräuchte schon irgendwelche Schilde wie bei Star Trek. Da sollte man wohl besser auf Zefram Cochrane und seiner völlig neuen Physik warten.

    In der Realität gäbe es vermutlich nur einen Weg andere Sonnensysteme jemals zu erreichen: Man schickt Naniten los, die eine Welt nach und nach komplett aus dem Nichts erschaffen und das irdische Leben vor Ort klonen. Miniaturisierung kann der Mensch wirklich gut, er selbst ist aber für solche Reisen nicht gemacht.

    Wir schaffen es bisher ja noch nicht einmal zum Mars. Man schaue sich nur mal die Leistungsprobleme vom Starship an. Elon Musk denkt ja auch, für ihn würden die Gesetze der Physik nicht gelten.