Posts by Manuuu

    Mir fällt auf, daß auf den Bildern nirgends Fachwerk zu sehen ist - wurde das in den Niederlanden immer verputzt oder ist es dort generell nicht verbreitet?

    Tagchen. Also es gibt Fachwerk in den Niederlanden, zum Beispiel in Sittard-Geleen. Es gibt auch einige Holz-Fassaden bzw. Holzhäuser, zum Beispiel im Zaanstreek- Zaandam, Westzaan, Zaandijk usw. Die leichten Holzbauten versinken nicht so schnell im Schlamm. Im Begijnhof von Amsterdam steht auch ein altes Haus mit Holzfassade. Generell hat in NL jedoch schon sehr früh die "Versteinerung" des Stadtbildes eingesetzt. Dazu kann man auch einiges lesen. Ich würde auf folgende Ursachen tippen: Rohstoffe für Ziegel vorhanden, nassfeuchtes Klima, wenig Platz - Verstädterung / Brandgefahr, einsetzendes goldenes Zeitalter ab Ende 16Jh.

    War Magdeburg mal eine schöne Stadt? Oder eher weniger schön oder bedeutend?

    Was ist schön? Kennst du das Verb "magdeburgisieren"? Das bedeutet völlig platt machen, so geschehen durch Tilly 1631 und Bomber Harris 1945. Nach Tilly kam doch außer Festungsbau bzw. späterer genossenschaftlicher Wohnungsbau oder ein paar Stalinbauten nicht mehr viel dazu- etwas herablassend gesagt.

    Die Frage ist also, wie hat die Stadt vor 1631 ausgesehen und welche Rolle spielte die Stadt zu der Zeit- das wäre wirklich mal interessant. Wie sah das mittelalterliche Magdeburg aus, die Feste, die Bastion am Ende des karolingischen Frankenreichs (auf der anderen Seite der Elbe waren ja schon die Slawen). Und da gibts eben nicht mehr sehr viel zu sehen außer den ein oder anderen Kupferstich:

    Sieht ganz schick aus oder? Mehr Kirchtürme als Lübeck.

    Magdeburg war im frühen Mittelalter ein wichtiger Handelsort an der Grenze und im Spätmittelalter einer der bedeutendsten Städte im HRRDN, Daneben war die Stadt Erzbistum und Hansestadt.

    Es gibt heute noch vereinzelt aber unspektakuläre Fachwerkbauten, vor dem WW2 noch etwas mehr - aber wie gesagt, so wirklich mittelalterlich sollte es vor deem WW2 auch nicht gewesen sein.

    Magdeburger Chronik - die ehemals größte Festung Preußens

    Einige Bilder aus Thame in England, einem unerwartet hübschen Straßendorf. Der Ort weist keinen geschlossenen Kern aus Fachwerkbauten auf, dafür stehen aber vereinzelt einige schöne Fachwerk-Gebäude dazwischen. Schornsteine, Reetdächer, Vorkragungen, Fachwerk mit Ziegelsteinausmauerung oder auch mit Lehm /Staken. Wenn etwas in England nervt, dann ist das definitiv der horrende Autoverkehr.


    Thatchers Hotel mit Reetdach

    THATCHER'S HOTEL AND RESTAURANT, Thame - 1368751 | Historic England
    List entry 1368751. Grade II Listed Building: Thatcher's Hotel And Restaurant. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    The Rising Sun Public House mit sehr hübsch gealterten und moosüberwachsenen kentish rooftiles

    THE RISING SUN PUBLIC HOUSE, Thame - 1047964 | Historic England
    List entry 1047964. Grade II Listed Building: The Rising Sun Public House. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk


    Tja, ein neuartiges FWH... sieht man gleich

    0815

    The Nags Head

    THE NAG'S HEAD PUBLIC HOUSE, Thame - 1368803 | Historic England
    List entry 1368803. Grade II Listed Building: The Nag's Head Public House. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    Six Bells Public House:

    THE SIX BELLS PUBLIC HOUSE, Thame - 1180609 | Historic England
    List entry 1180609. Grade II Listed Building: The Six Bells Public House. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    Das Armenhaus in der High Street von 1555:

    THE ALMSHOUSE, Thame - 1047958 | Historic England
    List entry 1047958. Grade II Listed Building: The Almshouse. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    Dieser honigfarbene Prachtbau unweit des Friedhofs war mit krassen roten Gestrüpp überwuchert- sieht absolut Klasse aus.

    Komischerweise kein listed building.

    Manchmal sehen auch die rückseitig liegenden Fassaden gut aus.

    Stribblehills

    STRIBBLEHILLS, Thame - 1285250 | Historic England
    List entry 1285250. Grade II Listed Building: Stribblehills. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    #

    Ein Einheimischer hat mir die ganze Zeit erklärt wie alt dieses Gebäude ist. Also der untere, unspektakulär aussehende Teil. Ich solle mal rein gehen und das alte Holz bewundern.

    The Birdcage Public House

    THE BIRDCAGE PUBLIC HOUSE, Thame - 1047982 | Historic England
    List entry 1047982. Grade II* Listed Building: The Birdcage Public House. May include summary, reasons for designation and history.
    historicengland.org.uk

    Stonegate Pub Partners - Documents

    Die Stadt sollte einfach eine Rekonstruktion oder eine Verbesserung der Rekonstruktion veranlassen. Ich gehe davon aus, dass Architekten immer eine Art Geltungsdrang inne haben und ihre Projekte beweihräuchern. Never change a winning team sollte für den Fischmarkt gelten, die Chance es zu "verkacken" ist dort einfach besonders groß.

    Also ich fasse zusammen- es gibt vereinzelt Dächer + 100 Jahre. Die meisten davon auf Kirchen, Schlössern oder Ähnlichem, weniger auf regulären Wohngebäuden. Aus Kosten- und Gewährleistungsgründen werden Dächer eher als Ganzes erneuert, weniger flickenhaft repariert. Das führt schlussendlich zu dem Bild wie es heute ist, ein Wildwuchs an Dachformen und Baumaterial in einer Vielzahl an Farben. Am Ende sehen jene Stadtbilder in Summe sehr wahrscheinlich weniger harmonisch und damit unruhig aus. Selbst hier im Forum, wo einige Architekturenthusiasten zueinander finden, wird das Thema Dach- und Dacheindeckung etwas stiefmütterlich aufgegriffen, offenbar ist vielen die Wirkung von Dächern nicht oder noch nicht bewusst.

    Die Herangehensweise zur Instandhaltung scheint im deutschsprachigen Raum sehr divers, wahrscheinlich hat jede Kommune und jeder Landkreis eigene Vorstellungen zum Schutze des kulturellen Erbes, der Denkmalschutz an sich ist Ländersache in Deutschland. Es gibt zwar historische Ziegel aus Abbrüchen aber vor allem kommen neu hergestellte Fabrikziegel zum Einsatz mit wenig Varianz hinsichtlich der Beschaffenheit. Ich gehe davon aus, das historische Ziegel nur mit Zurückhaltung nachproduziert werden, also Handstrich + Ringofen.

    Mündener in Bad Windsheim steht ein Ziegelofen des frühen 15. Jahrhunderts, der für den kontinuierlichen Betrieb ausgelegt war.

    Bist du dir sicher? Hier steht nämlich, dass der Brennofen aus Scheinfeld eine kurzlebige Konstruktion war, dann kann ja von kontinuierlichem Betrieb keine Rede sein (?):

    Ziegelbrennofen aus Scheinfeld - Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim

    Das Chordach der Dominikanerkirche in Krems sowie das alte Dach des Pfründehauses sehen schon schick aus, so wie sich das gehört. Wegen der Nutzung werden Dächer auf Kirchen wahrscheinlich eher alt als auf Wohnhäusern. Aber das Pfründehaus scheint ja dann zu beweisen- die Haltbarkeit eines Daches kann 100 Jahre übersteigen, wenn man davon ausgeht, dass diese Dachdeckung die originale Deckung ist von 1410 (?!).

    tegula Ein interessanter Beitrag auf deiner Website. Ich weiß von Dach-Datierungen leider auch recht wenig bis gar nichts aber es gibt sicher technische Möglichkeiten genau das zu tun, wenn erforderlich. Vielleicht stolperst du ja früher oder später mal über ein altes Dach.

    Ein kleiner Exkurs- Wie sieht das denn aus mit den Kupferdächern der Kirchen in Lübeck- sofern nicht 1942 zerbombt, sollten die doch auch ein ordentliches Alter aufweisen. Sind die Kupferdächer die ursprünglichen Dächer oder "nachgerüstet"? Rein optisch passen sich die oxidierten Cu-Dächer allerdings auch deutlich besser ein als Fabrik-Ziegel.

    Riegel Ich habe mir mal das Waaghaus angesehen:

    Sieht für mich gut erhalten aus, allerdings, wenn du sagst, es handelt sich um das originale Dach-Material von 1585, hätte ich jetzt ehrlich gesagt mehr Urtümlichkeit erwartet. In anderen Worten, die +500 Jahre würde ich hier nicht vermuten.

    Das, was du da bzgl. der Herstellergarantie schreibst, sollte doch eigentlich vom Denkmalschutz gedeckelt sein? Der Denkmalschutz sollte sich doch für den Erhalt der Dächer ebenso wie für den Erhalt des Gebäudes als Ganzes einsetzen? Es wäre doch ein Unding wenn ein 500 Jahre altes Haus aus privater Hand unterhalten wird und aus Kostengründen die alte Substanz ersetzt wird. Wers finanziell nicht stemmen kann, sollte dann vielleicht nicht in so einem Haus wohnen? In England gehen zum Beispiel viele alte Gebäude in die Obhut des National Trust und werden von diesem Unterhalten:

    Was alte Dachziegel betrifft gibt es darauf spezialisierte Händler, die kaufen sicher alte Bestände aus dem Abbruch auf. Was ist der Grund für das dunkle Anlaufen von künstlich altpatinierten-Dachziegeln?

    Ich finde auf jeden Fall bewundernswert, dass man sich in St. Gallen bzw. in der Schweiz mit der Thematik auseinander zu setzen scheint, ich glaube in Deutschland hinken wir da etwas hinterher. Obgleich ich dann wieder nicht verstehe, dass man einen einheitlichen rotton der Dächer vorzieht. Stelle mir das vor wie in Nördlingen. Sind es denn dann Ringofen-Handstrich-Ziegel oder Tunnelofen-Stangenware-Fabrikziegel?

    Du schreibst, ein solches Dach habe nach 15-20 Jahren bereits eine angenehme Patina. Ich bezweifle das ehrlich gesagt. Ich stütze mich dabei auf das, was ich ringsum um mich sehe, ohne zu wissen wie alt die Dächer sind aber mit dem bleibenden Eindruck verschwindender alter Dächer.

    thommystyle™ ich habe das Video gesehen. Ein einzelner Ziegel wirkt natürlich ganz anders als ein vollständiges heterogenes Dach mit hier und da vielleicht noch ein bisschen Moos und bei dem der Dachfirst vielleicht schon ein bisschen durchhängt

    Franka Ich gehe davon aus, dass auch historische Dachziegel entsprechend versintert sind oder waren. Denn was du schreibst macht Sinn, wären die Ziegel plötzlich derart porös oder wasserdurchlassend, würden die Ziegel bei frost ratz-fatz reißen und zerspringen (habe ich noch nie gesehen).

    Majorhantines du wirst recht haben. Die schönsten Dächer werden die nach und nach Reparierten sein, nicht jene, die in einem Wisch komplett erneuert werden. Repariert werden sicher die wenigsten Dächer und dann sicher auch nicht mehr mit entsprechendem Material.

    Bleibt also weiterhin die Frage, warum ein Dach nach 100 Jahren erneuert werden sollte. Wahrscheinlich handelt es sich dann mehr um ein funktionelles Altern des Dachs als um ein konstruktives Altern.

    Hier ein paar schöne alte Beispiel-Dächer:

    Ich hätte da mal wieder eine Dach-Frage. Dacheindeckungen haben eine gewisse Lebenserwarung. Je nach Art so zwischen 50 bis 100 Jahre. Das heißt, wenn ich jetzt ein altes FWH von 1620 habe, dann müsste inzwischen das Dach schon 4x erneuert worden sein. Ist dem so, lässt sich das verifizieren? Gibt es Dacheindeckungen, die deutlich älter sind als 100 Jahre? Ich habe z. Bsp. in der Umgebung von Sarlat Dächer an Burgen und Kirchen gesehen, die auf jeden Fall sehr alt und sehr, sehr schwer, aus gebrochenem Stein nämlich, aussehen. Diese scheinen zumindest älter als 100 Jahre zu sein.

    Aber zurück zum Ton-Ziegel:

    Historische Dachziegel unterscheiden sich durch die Art der Herstellung deutlich von den Dachziegeln, die heutzutage hergestellt werden. Das Baumaterial stammte aus lokalen Vorkommen, es gab andere Öfen, der Brand war nicht kontinuierlich oder die Temperatur nicht konstant.

    Das heißt, historische Dachziegel hatten deutlich größere Abweichungen hinsichtlich der Farbe, Form, Struktur und der Oberfläche (das Gleiche gilt auch für altes Glas).

    Wenn der Dachstuhl jetzt Morsch ist, erweitert werden soll oder die Dacheindeckung Wasser durchlässt (können alte poröse Dachziegel überhaupt wasserdurchlässig werden?), dann kommt hierzulande doch sehr häufig ein neues Dach in Frage. Die Homogenität moderner Baumaterialien haben wir alle schon gesehen.

    Kann ein heute mit modernen Fabrkziegeln erneuertes Dach nach 100 Jahren denn überhaupt so aussehen, wie unsere derzeit noch auffindbaren ältesten Dächer ? Ich wage es nämlich zu bezweifeln.

    So öde und fade das klingt: Generell sollte man sich viel mehr bei Bebauungsplanverfahren einbringen - sowohl als Verein als auch als Privatperson. Je mehr Stimmen und Wortmeldungen in unserem Sinne zusammenkommen, desto besser. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß sich auf diesem Wege viel bewirken lässt. Zumindest in vernünftigen Kommunen. Und gerade bei den formellen Bebauungsplan-Verfahren mitzumachen und das bereits möglichst früh im Verfahren ist unglaublich wichtig und wird gerne (auch manchmal hier) unterschätzt!

    Du hattest doch letztens dazu auch etwas in MD gepostet. Vielleicht müsstest du mal ein paar Mitforisten an die Hand nehmen :) Im Forum rumlabern ist viel einfacher als sich tatsächlich in so einem Verfahren zu beteiligen- weil solche Verfahren eben müßig sind... die ganze Eierei.... wer will sich das ans Bein binden?

    Ein schöner vorher /nachher Vergleich einer FWH Sanierung in Quedlinburg von 2008-2011

    Quedlinburg Dovestraße 5 Sanierung (Erbaut um 1650)
    Mit Video-Editor von YouTube (http://www.youtube.com/editor) erstellt.
    www.youtube.com

    Ein paar interessante Dinge kann man hier sehen- zum Einen wurde das Dach optisch aufgewertet im Vergleich zu 2008, unter Verwendung verschiedenfarbiger Dachziegel ( Grimminger  Treverer war ja heute erst Thema im Rothenburg-Strang).

    Zum Anderen kann man Giebelseitig noch eine alte Lehm-Staken-Ausfachung sehen. Solche urtümlichen Ausfachungen werden mehr und mehr zur Seltenheit, sicher in QLB. "Leider" wurde die Giebelseite dann mit Holz verkleidet - warum überhaupt? Die Wetterseite sollte doch West sein, nicht wie in diesem Fall Ost? Straßenseitig sind die Gefache mit Ziegelsteinen ausgemauert und verputzt worden. Durch die großen Gefache ohne viel Zier wirkt das FWH optisch etwas mathematisch / steril / einfach, auch ein weit verbreitetes Phänomen in QLB.

    Im Groben und Ganzen denke ich, die Sanierung ist ganz gut gelungen.

    Alles klar, und wie genau soll man dieses "Problem" lösen? 300 Jahre alte Ziegel produzieren? Bin da auf eine interessante Lösung deinerseits gespannt.

    Da kommst du zur Not auch selber drauf aber ich helfe gerne aus:

    Du kannst zum Beispiel die alten Ziegel verwenden, die bereits auf dem Dach liegen. Das Material wird ja nicht einfach so wasserdurchlässig. Dann könntest du Dachziegel gleicher Art aus anderen, abgerbochenen Häusern verwenden. Du kannst historische Dachziegel herstellen lassen, zum Beispiel mit Handstrich und im Ringofen gebrannt - und schon hast du kein Dach, das aussieht wie die Schale von ner Orange.

    Mantikor hatte vor einiger Zeit ein altes Bild gezeigt. Interessant ist ein vorher / nachher Vergleich. Viele sagen ja in Rothenburg scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wenn man genau hinsieht, sieht man schnell recht viel, dass sich im Lauf von einigen Jahrzehnten verändert hat:

    Hier sieht man eher unaufdringlich, was ich immer über die Dächer sage- Schornsteine werden entfernt, Fabrik neue Ziegel werden verbaut, Dachausbauten...

    Danke für die historischen Bilder. Immer wieder interessant zu sehen, was sich in +100 Jahren alles so verändert hat oder eben auch nicht. Solche colorierten Bilder können doch sehr wahrscheinlich nur eine Annäherung an die ursprüngliche Farbgebung sein? Guckt euch mal die alten Dächer an, herrlich. Die Leute auf den Bildern sind inzwischen längst von der Bildfläche verschwunden. Bei solchen Zeitdokumentationen kann ich Leute auf den Bildern akzeptieren, schön auch der aufgeräumte, Autofreie Straßenraum. Ich habe leider nicht die identischen perspektiven von den populärsten Spots aber ein bisschen kann man Veränderungen sehen.

    Bei deisem Neubau bekomme ich Bauchschmerzen! Dieser Eckbau wäre eine Attraktion vieleicht in einem vorstädtischen Neubaugebiet. Aber in die Altstadt Quedlinburgs (UNESCO-Weltkulturerbe!) passt er total nicht. Er wirkt wie ein Kaninchenköttel in einer Perlenkette!

    @Manuuu/ Filmchenbeitrag

    Unerträgliche Architektensprachsülze - da "schmiegt sich" angeblich was "an"... Klassisches Beispiel dafür, wie Architekten ihr Machwerk anpreisen. Eigentlich fast schon Satire!

    Wenn für QLB in diesem Fall - völlig unverständlich- keine Bauvorschriften vorliegen, dann kann im Grunde jeder kommen und bauen wie er will. Kann mir das aber ehrlich gesagt kaum vorstellen.

    Wenn ich das hier sehe:

    Sanierungsbedürftiges Haus in Quedlinburg: Einst eine ruinöse Ecke
    „In der Preisklasse ist es schwer, als Architekt aus Sachsen-Anhalt vorne mitzuspielen“, werfen die beiden Architekten Rudolph Koehler und Ulrich Queck von der…
    www.mz.de

    Dann könnte ich mir vorstellen, dass jemand einen Deal ausgehandelt hat. Nämlich der Bauherr / Investor rettet das FWH Breite Strasse 12 und darf dafür einen Neubau gleich daneben setzen...

    Konnte dazu noch diesen Beitrag finden: https://www.ak-lsa.de/objekt/wohnhau…se-quedlinburg/

    Dafür gabs offensichtlich sogar mal eien Architekturpreis? Verrückt. Es ist schon sehr merkwürdig, dass es keinen verbindlichen Bebauungsplan gibt, der das aufkommen solcher neuartigen Flakbunker im Keim erstickt. Wer verantwortet denn das, das Bauamt nehme ich an? Unser Denkmalschutz wird ja beim Neubau bzw. torpedierten beim Straßenbild keine Kühe zu melken haben.

    Fachwerkliebhaber dann hoffe ich, dass du mit folgenden Grafik deinen Frieden finden kannst, ich möchte nicht, dass dich dieser Sachverhalt um den Schlaf bringt:

    https://www.baulinks.de/webplugin/2014/i/0271-dach-landkarte.pdf

    Dach-Landkarte: „Zeig mir dein Dach und ich sag Dir wo Du wohnst!“
    Flach, gewölbt oder wellig gekrümmt: die Formen, Farben und Aus­gangs­stoffe von acheindeckungsmaterialien in Deutschland sind so vielfältig und…
    www.baulinks.de

    Ich habe diese Karten nicht erstellt. Ich fand die historische Verteilung von Dacheindeckungen interessant, da du überall in der Republik einen zunehmenden Wildwuchs an Materialien und Dacheindeckungen beobachten kannst. Nichts passt mehr zueinander, Alles sieht aus wie Wild zusammengewürfelt (übertrieben).

    auf der anderen Seite: gerade in Bezug auf deutsche Altstädte lässt du ja kein gutes Haar aufgrund dieser Details

    Wenn du dir jetzt mal ein altes FWH vorstellst, dann nimmt so ein spitzes Satteldach mit neuen glasierten Industriedachziegeln, große Lichtdurchlässige Sprossenfenster von makelloser Qualit und dazu ne Dönerbude im Erdgeschoss prozentual viel Platz ein an so einer Fassade. Anders formuliert, von Details kannst du hier gar nicht mehr reden. Ich hebe deswegen England hervor, da ich hier zu Haufe sehen konnte, wie es schöner aussehen kann.