Posts by Dr.Mises

    Bei dem Thema aktueller Leerstände ging es eigentlich um die Leipziger Innenstadt, die bedingt durch die Stadtmauern traditionell eng bebaut war. Dies betrifft z.B. den Matthäikirchhof, dessen Strukturen bis zum II. Weltkrieg weitgehend erhalten blieben.

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    Matthäikirchhof 1617 in einer Originaldarstellung von Hans Drechsel

    Natürlich prägten die Höfe mit wachsender Einwohnerzahl auch die Vorstädte wie der Merseburger Hof

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    Ranstädter Steinweg 30

    oder auch mehrfach dokumentiert die Gerberstraße 8

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    Holzgalerie in der Gerberstraße

    Im Foto zeigen dies auch weitere Höfe aus dem 19. Jahrhundert außerhalb des Stadtkerns, die dann wie beim Gebiet um das Naundörfchen noch bis nach 1945 prägend waren.

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    Gerberstraße

    Im Innenstadtbereich blieben einige Höfe erhalten, so daß diese zunehmend wieder saniert und attraktive Anziehungspunkte werden konnten bzw. werden können.

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    Quandts Hof (inzwischen saniert als Oelßners Hof)

    Hierzu zählt auch die Katharinenstraße

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    Einige alte Höfe sind derzeit nicht begehbar wie am Romanushaus, wo die damaligen Pferdeställe noch zu DDR-Zeiten abgerissen wurden.

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    aktueller Zustand Katharinenstraße 17 2026 (die 19 rechts ist zwar saniert, aber auch hier fehlen Mieter)

    Leider wurde nach dem II. Weltkrieg mit den Zerstörungen durch Bombenangriffe sowohl in der DDR-Zeit (Informationszentrum Sachsenplatz) als auch danach (Bildermuseum) keine Stadtreparatur betrieben, sondern nur primitive Betonfüllungen.

    Zur Ansicht eine der Verbindungen von der Katharinenstraße zur Reichsstraße, auch wenn wir es
    schon mal im Zusammenhang mit Steibs Hof und dem Goldhahngäßchen dokumentiert sahen.

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    Denn man muß da heute schon einen Umbogen machen:

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    Durchgang von der Katharinenstraße nach der Reichsstraße 2026

    Aber damit wurde der SED-Kurs in der Architektur nach der Wende konsequent und erfolgreich fortgesetzt, wie ihn bereits Lothar Otto in der Leipziger Volkszeitung im Jahre 1983 kennzeichnete.

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    Derartige Glanzleistungen gab und gibt es danach reichlich.

    Zur Hübschung des auch überteuerten Hinterhofmuseums wird dieses heute noch ohne Umbauung wie in Leipziger Bussen und Bahnen beworben. Und für die Klammerung mußte dann noch das Stadtgeschichtliche Museum Leipzig in eine völlig unpraktische Kubatur und entsprechend unzweckmäßige Räume umziehen.

    Übrigens hatte man auf dem damaligen Sachsenplatz (spöttisch damals Sachseninternierungsplatz benannt) auch den bereits gezeigten Löwen plaziert, was sogar im damaligen lokalen Zentralorgan gezeigt werden konnte.

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    In den letzten DDR-Jahren gab es in der LVZ, wenn auch nur auf der letzten Seite am Wochenende unter Bernd Locker und Bernd-Lutz Lange zahlreiche kritische Beiträge und Fotos von Gudrun Vogel, die den sozialistischen Verfall insbesondere der Leipziger Innenstadt verdeutlichten. Dazu zählt auch obige Abbildung zum Brühlpelz. Statt ehemaliger Baukultur mit Höfen und Passagen ist dort nun alles dicht.

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    Innerstädtische Baukultur in Leipzig 2026

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    Hofbereich

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    Folgerichtig gibt die Reichsstraße heute auch nicht viel mehr her.

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    Der Bruch zum tradierten Leipziger Innenstadtflair kommt auch beim DDR-Block des ehemaligen „Präsent 20“ zum Tragen.

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    Brunnenmodell der Kollektivarbeit von Elfriede Ducke und Hanna Studnitzka 1962

    Hier eine Abbildung aus der AZ (Leipziger Abendzeitung, um 1963)

    Die schönen Tiere am Brunnen von Elfriede Ducke sind längst geklaut und auch in seiner Geschichte „entfunden“.

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    Wichtig indes ist die sozialistische Propaganda mit den Worten: "Wohl kein Vergleich zum Hinterhof von einst."

    Ideologisch intendiert waren damit damals allerdings mehrfache Hinterhöfe wie u.a. in Berlin. Nur gab es diese in Leipzig gar nicht. Schließlich war die Stadt im Jahre 1910 noch die reichste in Deutschland und entsprechend die Baukultur und keinesfalls nur von Millionären bewohnt.

    Aber die sozialistische Lösung war eben: Nur noch eckige Blöcke, Kuben, Quader und Kästen (im Volksmund: Wohnschließfächer oder Karnickelbuchten), anonymer Platz ringsherum, breite Straßen für Aufmärsche, keine Hinterhöfe: Überall ist vorn!!!

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    Winterbild 2026

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    Im wesentlichen dient der Innenhof als Parkplatz, selbst wenn das Ordnungsamt stetig hier Gebühren einstreichen muß.

    Aber wenn der gesamte Komplex mal wieder gemäß Leipziger Bautraditionen dicht bebaut neu entsteht, wird vielleicht auch mit Deutrichs Hof und weiteren namentlich ausgewiesenen Häusern der Innenstadt ein Salzgäßchen kommen, das seinen Namen verdient und wo der Brunnen dann wieder vervollständigt in einer Passage überdauern kann.

    Aus diesen neuen baukulturellen Erfahrungen heraus kann man danach auch den Brühl wieder traditionell entstehen lassen, wo in der Ära eines Siegener Religionslehrers die Leipziger Innenstadt im irreführenden Slogan "Höfe am Brühl" mit neuzeitlichem Betonmüll zugeschüttet wurde, der in jedem auswechselbaren Gewerbegebiet stehen könnte. Auch wenn hier nun im Rahmen der Globalisierungsverwurstung eine Massenaufläufe produzierende "Möchtegernmall" mit Ketten- und Allerweltsanbietern ausgebreitet ist, kann das nicht von Dauer sein.

    Die beschämende Kultur- und Niveaulosigkeit kann man mit Alibiplakette am Standort für Richard Wagners selbst erleben.

    Nichts von Baukultur und Identifikation am Brühl. Nichts vom roten und weißen Löwe (1-3), nichts von Drei Schwanen bzw. Roten Ochse (7/9), nichts vom Schwarzes Rad (13) oder vom Goldener Apfel (Brühl 21). Aber vielleicht finden sich noch in den nächsten Jahren Pläne von Richard Wagners Geburtshaus an oder vom ersten Saal des späteren Gewandhausorchesters, so daß man hier in einigen Jahrzehnten darauf zurückgreift bei einer kommenden Neubebauung, die Leipzig wieder zur Ehre gereichen kann.

    Doch zurück zum Thema der ausbaufähigen Infrastruktur von Höfen und Passagen.

    Während die Mädler-Passage und Barthels Hof die renommiertesten Sanierungsbeispiele für Leipzig sind, wo heute selbst Banken und Gläubiger zugeben müssen, daß die baukulturelle Richtungsweisung von Dr. Jürgen Schneider eben schon wie bei Franz Conrad Romanus die Stadt Leipzig qualitativ und damit wesentlich bereicherten!, gab es bei Specks Hof leider einen nicht ausreichenden Denkmalschutz, so daß man hier auf die Entwürfe von Hans-Jürgen Böhme und Detlef Lieffertz zurückgreifen sollte. Über weitere Passagen wie Theater- und Strohsackpassage gibt es ausreichend Quellen, Literatur und gehübschte Fotos, so daß diese hier nicht dargestellt werden. Insgesamt braucht man wohl mehr als einen Tag, wollte man sich alle Höfe und Passagen der Leipziger Innenstadt mit seinen teils versteckten Potentialen genauer anschauen.

    Bisher noch nicht umgesetzt ist z.B. die Passage zwischen Mädlerpassage und Neumarkt

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    Hof Neumarkt 17.1.2026

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    Im Umbau befindet sich auch der Hof zwischen Magazin- und Kupfergasse

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    Durchgang Dresdner Hof Januar 2026
    Ein überaus sehenswerter Durchgang zeigt auch die Vorgängerbauten mit einem weißen, bisher nicht ausgebauten Passagenteil.

    Nun zurück zum kritisierten Management der Passagen mit ihren Leerstände. Natürlich sind Passagen für Obdachlose im Winter günstiger.

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    Messehofpassage 17.1.2026

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    Rückseite von Peek & Cloppenburg 23.3.2026

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    Königshauspassage 24.3.2026

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    Messehofpassage mit "übermenschlicher" toter Werbung

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    wohl nichts mehr für Leipziger Familien.

    Hier gab es nach der Sanierung sogar in zwei Etagen ein florierendes Café, bevor die Vermieter wohl ihre Einnahmen mächtig steigern wollten.

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    Hansahaus / Specks Hof

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    Auch ziemlich tot, wo die Fördergelder ausgegangen sind und nur ab und die Legende einer friedliche Revolution wiedergekäut werden soll, falls man wieder mal Steuergelder abgeschöpft werden können.

    Leider wurde bei Sanierungen meist die Funktionalität vergessen, d.h. daß diese früher nicht nur als Durchgang dienten, sondern Geschäfte innenseitig betretbar waren und für ein pulsierendes Leben gerade mit kleineren Läden sorgten. Da alle Leipziger Adreßbücher auf Saxorum.de online sind, kann man das wunderbar nachvollziehen.

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    Jägerhofpassage 28.3.2026

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    Detail Jägerhofpassage zu DDR-Zeiten 1982

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    Kretschmanns Hof von der Katharinen- zur Hainstraße

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    Passage von der Hain- zur Katharinenstraße 2026

    Daß es mit Höfen durchaus funktionieren kann, beweist der Innenhof vom Fregehaus.

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    Gleich im Hof links daneben sieht es dann so aus:

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    Bestimmte Stellen wie in der Katharinenstraße und in der Klostergasse haben aber weiterhin etwas Mittelalterliches. Es stinkt dort penetrant bereits zu dieser Jahreszeit, da man die Kanalisation immer noch nicht im Griff hat.

    Früher wurden die Eigentümer in den Adreßbüchern genannt. Das verhinderte zwar die Diktaturen nicht, aber zumindest ist Geschichte online mit allerbesten Quellen dokumentiert.

    So liegt eigentlich unverwechselbares wie einmaliges Potential für die innerstädtischen Höfe und Passagen Leipzigs auch perspektivisch darin, falls sich die heutigen Eigentümer dessen zunehmend bewußt werden und nicht nur ab und an zu "Events" oder Märkten einladen.
    Auch wenn mit der "Wende" kaum mehr ein Eigentümer von Leipzig aus seine Unternehmungen leitet, ist es doch angeraten, regionale unternehmerische und wirtschaftsfördernde Aktivitäten langfristig wieder aufleben zu lassen und sich über Jahrhunderte bewährter bürgerliche Tradition zu besinnen. Denn hier geht es auch um ein neues stimmiges Innenstadtkonzept, das in allen Fragen von der ökologisch ausgereiften Energieversorgung und weg von der autogerechten Stadt, über Warenanlieferung und Entsorgung bis hin zu den Besucherströmen dauerhaft attraktiv gestaltet werden sollte. In den Diktaturfolgen wurden weitere Ursachen für gegenwärtige Zustände genannt,

    Auf einen Überfluß, der gleichzeitig ein Manko darstellt, muß allerdings noch hingewiesen werden. Natürlich ist es toll, wenn die Universität Leipzig auch baulich mit der Massenbeköstigung von Studierenden sogar sozialistische Dimensionen übertrumpft, wo doch die Mensa größere Teile des Jahres geschlossen ist. Aber nicht nur zu DDR-Zeiten war es so, daß man sich auch bei knappem Geldbeutel unters Volk mischte und in einem Imbiß oder im Corso oder in einem anderen Café Menschen kennenlernte und dabei dem freien Gedankenaustausch frönen konnte. Damit verstreuten und verteilten sich die Massen an Studierenden individuell auf die gesamte Innenstadt. Das unterschied auch das Flair bereits zu Goethes Zeiten von einer Nix-wie-weg-Universität.

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    Schönes Wetter vor der „Mensa am Park“ am 24. März 2026

    Abschließend wieder etwas zur Geschichte. Man muß natürlich bei alten Lithographien und Ansichtskarten einschränkend sagen, daß oft die kleinste Kaschemme als Prunksaal deklariert wurde und auch damals Besucherzahlen und Tage der Gaststättenöffnungen im Jahr geschönt waren.

    Eine Ausdauerstube, wo man sich den ganzen Tag aufhielt, wird es heutzutage ebenso wenig geben wie ständige Programme auf Bühnen. Aber man kann sich das pulsierende städtische Treiben dennoch vorstellen, das mehr auf gemeinsames Erleben ausgerichtet ist.

    Wo einst zu DDR-Zeiten das Kabarett der "Pfeffermühle" kritische Töne von sich gab und der naturnahe Innenhof mit Baum historisches Ambiente aufnahm, hatte noch vor hundert Jahren Anton Palmié seine Lokalitäten. Allein schon die genutzten Platzkapazitäten animieren zum Nachdenken.

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    Thomaskirchhof 16 im Jahre 1911

    Denn heute befindet sich dort mächtig einbetoniert das Bach-Museum mit Betongarten und weitgehender Ausschaltung der Natur. Das folgt einstiger sowjetisch ausgerichteter Deckeldrauf-Kulturpolitik mit der Entfernung von Bachs und Gellerts (noch erhaltener) Gruft und einer groben, platten Bronzetafel in der Thomaskirche. Statt Wahrnehmung und Ausbau des gesamten Kulturerbes wollte man im Sinne von SED und Stasi bis auf die Thomaskirche und ggf. St. Nikolai alles Kirchliche weghaben. Daß dies nicht vollends gelang, z.B. die Thomaner eben nicht dazu gebracht werden konnten, in FDJ-Kleidung aufzutreten, wurde bereits erläutert.

    Es ist also schon allein angesichts der weltweiten Bedeutung von Johann Sebastian Bach durchaus angebracht, all seine Wirkungsstätten nun mit weltweiter Unterstützung wiederherzustellen. Vielleicht kümmert man sich im Leipziger Stadtarchiv im Zuge der Digitalisierung endlich mal darum, daß nicht nur die Nachweise der Grabstätten der gesamten Familie Bach festgestellt werden, die im Bereich des Alten Johannis-Friedhofs begraben sein sollen, sondern vieler anderer Berühmtheiten.

    Zugleich zeigen Konzerte wie heutzutage am Bach-Denkmal oder u.a. das Kindersingen in der Thomaskirche, daß die Kapazitäten für Musik keineswegs ausreichen!

    Damit kommen wir wieder zum Ausgangspunkt dieses Beitrages zurück.

    Wenn Richard Wagner heute von seiner Wohnstätte zurückschauen würde, hat er folgende Ansicht.

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    Und sein Weg in der Großen Fleischergasse ergibt heute (alle im März 2026) folgendes Bild:

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    Die Leipziger Attraktivität des 21. Jahrhundert setzt sich derzeit fort.

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    So hat er auch einen tollen Blick auf den Standort der Leipziger Matthäikirche.

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    Den zu Füßen der Stasi-Bauten gefälschten jetzigen Standort mit Max Klingers Denkmalsockel nebst Wagner-Imitat drauf können wir uns ersparen. Denn dies ist der heutige Matthäikirchhof

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    Hier sieht man weiterhin nicht nur einen typischen Stasi-Neubau, sondern das Bauwerk, von dem aus der sich selbst als bester Auslandsgeheimdienst der Welt deklarierende Machtapparat agierte. So liefen im Herbst 1989 nicht nur Telefondrähte heiß und Feuerstellen im Hochbetrieb, um von der Leipziger Zentrale der Auslandsspionage des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR aus möglichst geordnet den anstehenden Seitenwechsel zu organisieren.

    Denn gerade mit dem Rückzug aus dem Gebäudekomplex und dessen Abgabe im Dezember 1989 mußten von anderen Stellen aus auch in Westdeutschland DDR- und SED-freundliche und gefügige Kader aus dem Westen für Leipzig angeworben und mit lukrativen Perspektiven und Immobilien versorgt werden, möglichst unter Anleitung und Führung hiesiger legendierter Strukturen.

    Vielleicht sollte in der Runden Ecke doch lieber wieder eine Feuerversicherung einziehen, für die es eigentlich gebaut wurde. Die von der Stasi abgelegte Altkleiderspende mit Restmüllsammlung nebst Leergut (natürlich ohne die 1989 bereits gebräuchliche IBM-Technik) hat ihre Aufgabe erfüllt, zumal gravierende und schwerwiegendste SED- und Stasi-Verbrechen ohnehin bisher der Aufklärung und Aufarbeitung harren.

    Daher sollte die Archivierung und wissenschaftliche Aufarbeitung dort weitergeführt werden, wohin in Nacht- und Nebelaktionen wichtige Unterlagen in Wendezeiten bereits verbracht wurden. Damit werden zugleich die Kosten für das Bundesarchiv reduziert und dessen Möglichkeiten wesentlich ausgeweitet. Denn am Standort wie dem Bunker Kossa kann man großzügig Flächen beplanen, die sich damit als internationaler Touristenmagnet entwickeln können, einerseits um zwei deutsche Diktaturen von der deutschen Wehrmacht bis zum 7-Tage-Überlebensbunker originär zu dokumentieren und andererseits, um die aktuelle Aufarbeitung je nach Freigabemöglichkeiten öffentlich zu machen und wo niemand mehr einen Herzinfarkt erleiden muß, der dies noch deckeln sollte.

    Es sei denn, man will die 1990 eilends verbrachten Akten u.a. von SED-Bezirksleitung und anderen Einrichtungen wie der SED-Kreisleitung der Karl-Marx-Universität Leipzig nebst Traditionskabinett wieder zurückholen.

    Damit wäre auch der Weg frei, daß wie in der Geschichte Leipzigs schon einmal an gleicher Stelle geschehen, eine Zwingburg wie hier oben zu sehen vollends verschwindet und mit der Wirkungsstätte von Georg Philipp Telemann und Johann Sebastian Bach bis hin zu Carl Friedrich Zöllner und vielen anderen wieder Musik und hohe Baukultur gemäß der Deklaration von Davos 2018 hier einzieht.

    Hier macht nicht nur die Ansiedlung der Musikschule Sinn. Hier kann auf dem Matthäikirchhof auch vor Zöllners Haus der Hof für Chöre eingerichtet werden. Vielleicht kann auch parallel zu den Thomanern ein neuer Mädchenchor entstehen, neue Instrumentalgruppen u.v.a.

    Was einst von Leipzig als Musikstadt ausging und weltweit Gehör fand und weitergeführt wurde, kann definitiv mit Unterstützung und mit Hilfe heute weltweit musikausübender Gesellschaften und Musikfreunde eine neue Neukirche, gleich in welcher Trägerschaft, erschaffen, die auch heutigen und künftigen Interpretationsformen einen würdigen Raum gibt.

    Hier ist die zivilisierte und insbesondere die Musikwelt selbst aufgerufen, die Stadtreparatur, die seit 1945 aussteht, auch mit den Alliierten des II. Weltkriegs und traditionsgemäß mit dem Schwedischen Königshaus endlich auszuführen und diesen jämmerlichen Resthaufen, der SED und Stasi in der Leipziger Stadtverwaltung und ihrem Klüngel immer noch goutiert, schlicht aus dem Wege zu räumen..


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    Matthäikirchof um 1910

    Nach über 20 Jahren und auch zeitkritischen Beiträgen zum Thema Leipzig wird bestimmt verständlich, warum es angebracht ist, sich wieder anderen Aufgaben zuzuwenden. Aus diesem Grunde schließen sich diesem Text nur noch drei weitere für das Forum an. Im Falle dieses Themas ist es eigentlich nur eine Reprise, weil es doch bereits zu Wiederholungen kommt, wo z.B. schon in der Planung die Nutzraumüberfrachtung und unökologische Verbringung der Mathematik und Informatik über einer Kirche beanstandet wurde. Da gab es an dieser Stelle sogar schon in der 4. Etage des Hauptgebäudes der Karl-Marx-Universität einen kürzeren und einfacheren Zugang nebst Paternoster.

    Aber man kann natürlich auch die unsinnige Schrägdachmathematik und die Aussicht schönreden, die jedenfalls nicht für wissenschaftliche Leistung steht. Wie dem auch sei, sich nicht mehr hier zu beteiligen, folgt nicht nur aus dem Grunde, weil sich jeder selbst ausreichend informieren konnte, sondern weil es ein Hauptgebäude der Universität Leipzig derzeit de facto nicht gibt. Jeder kann sich dort mal umschauen, wer da so jetzt in den Räumen wirkt. Das Rektorat sitzt im Königlichen Palais in der Ritterstraße / Goethestraße. Und was am Augustusplatz mit sinnlos überzogenen bislang über 250 Millionen Euro auch zum Nachteil für die Studierenden an architektonischem Übergangsmüll mit geschichtsklitternden Wettbewerben zusammengepfuscht wurde einschließlich negativer langfristiger Investoren-Pachtverträge, ist bereits vielfach gerügt worden und kann erst nach deren Ablauf bzw. Kündigung wieder in tradierte Bahnen kommen. Man erinnere sich:

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    Aufnahme 22.12.2025

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    Hier sollten nach Planung der Architekten durch die ausgesparten Rundungen Bäume in den Himmel wachsen.

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    Begriffliche Erfindungen der Universität Leipzig sollten neue Maßstäbe setzen, was z.B. ein Park ist und beweisen nur, daß das Essen durchaus im Brechtschen Sinne realisiert werden kann.

    Bei dem gigantischen Aufwand an Steuergeldern haben es die damaligen Verantwortlichen nicht einmal geschafft, den gesamten Komplex am Augustusplatz – Goethestraße – Universitätsstraße – Schillerstraße auf eine behindertengerechte Ebene zu setzen.

    Im Gegensatz zu den Versprechungen von Rektor Prof. Volker Bigl, der einst die weitere Durchgängigkeit des Universitätsgeländes versprach, wurden die Zugänge an der Universitätsstraße nicht offengehalten. Eingebunkert residieren so die altlastigen Wirtschaftswissenschaften an einer Stelle, wo früher das städtebauliche Niveau des Fürstenhauses Qualität in Leipzig prägte.

    Statt Wiederaufbau des Paulinums an seiner eigentlichen Stelle und mit der eigentlichen Funktion u.a. mit dem Institut für Psychologie und damit der Wiederherstellung eines funktionierenden Straßenraumes grenzt nun eine Sinnlostreppe das sanierte, ungeliebte und unpraktische Seminargebäude der ehemaligen Karl-Marx-Universität ein.

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    Aufnahme 11. März 2026

    Der Alibischnickschnack der Leipziger Stadtverwaltung am Goldenen Bär, Silbernen Bär, dem ehemaligen Institut für Psychologie und am ersten Gewandhaus.wurde bereits dokumentiert.

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    Silberner Bär - Universitätsstraße Ecke Kupfergasse Aufnahme 23. August 2025

    Jedenfalls gibt es für die jetzige Wartehalle alias Augusteum nicht einmal einen Hausmeister und für den Platz der wieder aufzubauenden Paulinerkirche existiert nicht einmal die bescheidenste Infrastruktur. Die willkürliche Zusammenstellung des Inventars ohne Funktionalität und fehlende kulturgeschichtliche Einordnung setzt sich fort. Es ist zwar lobenswert, daß langsam die ehrwürdigen Schätze der Universität Leipzig restauriert wurden, aber es ist schlicht jammertvoll, wenn dies wie fast überall in Leipzig nur dysfunktional, unpersönlich und zusammengestoppelt erfolgt.

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    Aufnahme 11. März 2026

    Nur was soll man sagen, wenn die Geschichte fehlt oder nur wie der Löwe auf dem Sachsenplatz zu DDR-Zeiten als eine Art schöne Trophäe behandelt wird und im Rahmen geschichtlichen Aufarbeitung wie u.a. zum Denkmal der Gefallenfür die Gefallenen 1914-1918 nur online Geschichte nachgelesen werden kann.

    Und wenn man sich Carl Seffners Lessing anschaut:

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    Wer weiß denn schon, was der Leipziger Herrenabend bedeutete? Über Geschichte wird kaum gebührend informiert, allenfalls nur geurteilt ...

    Ebenso gab es bereits Modelle zur Einbindung des ehemaligen Mittelpaulinums mit dem Altbestand in einen neuen architektonischen Kontext. Aber auch davon wollte die Leipziger Universitätsleitung nichts wissen.

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    Seelenloser Durchgang vom jetzigen Augusteum zum Hörsaalkomplex

    Mittelpaulinum

    Hierzu ist anzumerken, daß (nicht nur in meinem Bestand) die Mappe zu den auch nicht mehr existierenden Fresken existiert, so daß man getrost selbst künftig wieder einen entsprechend großen Innenhof gestalten kann, der sich am ehemaligen Mittelpaulinum und den einstigen Strukturen des Dominikanerklosters wie beim Abbruch 1892 zu sehen in der Form schützender schattiger wie behaglicher Umgänge, wie sie auch aus alten Klöstern bekannt sind. Jedenfalls gab es einst mehr Grün und so etwas wie Ökologie ,,,

    Zwar kann man heute viele tolle mit Photoshop bearbeitete Bildchen, Wikipedia- und Sonntagsfotos ggf. mit „KI“ zelebrieren, aber das ist nicht mein Anliegen. Die Realität ist leider anders. Da wird keine Zusatzbeleuchtung extra eingeschaltet.

    So bleibt es also den Folgegenerationen überlassen, die vorsätzliche Staatsschädigung der damaligen sächsischen Landesregierung u.a. mit der Verletzung eigener Landesgesetze wieder etwas auszubügeln. So werden also weitere Gerüste kommen und zusätzliche Steuergelder verbraucht, ohne daß man qualitative Verbesserungen erreichen kann.

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    Gerüst Hörsaalkomplex Aufnahme 31. Januar 2026

    Wie bereits erläutert, basiert die Forderung der 27 Nobelpreisträger zum originalgetreuen Wiederaufbau der Leipziger Universitätskirche St. Pauli mit Spendengeldern auch darauf, daß über 80 Prozent seines einstigen Inventars erhalten blieben.

    So kann man die erfolgten Restaurierungen durchaus auch in der jetzigen Betonkiste zeigen, selbst wenn eben die Hülle, d.h. die gebührende Architektur fehlt und jegliche Schenkung an Pianos, Orgeln und sonstigem praktisch aufgrund u.a. auch der grottenschlechten Akustik "für die Katz" ist.

    Aber vielleicht kann man auch noch systematisch das von den "sowjetischen Freunden" 1945 geraubte Kulturgut der Universität Leipzig weiter dokumentieren, was den SED-Genossen und Tschekisten der "Karl-Marx-Universität" in ihrem jahrzehntelangen Kampf zum Sieg des Sozialismus-Kommunismus wohl nicht gelungen ist.

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    Geschenk der Universität Prag 1909

    Schließlich gibt es auch hier gelebte Traditionen, die SED/Stasi und KPdSU/KGB/SFB wohl nicht wieder aufkommen lassen wollten. Die damaligen Kollegen in Sibirien hatten ihre Grußbotschaft sogar explizit in deutscher Sprache verfaßt.

    So trifft man heutzutage, wenn man vom jetzigen Augusteum auf den Augustusplatz kommt,
    auf dessen Hauptattraktion „Hans im Glück“.

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    Hans im Glück

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    besagte Szenerie mit Aufnahme vom 31. Januar 2026

    Das impliziert natürlich die oft von Bernd-Lutz Lange kolportierte Frage an einen Russen: Was ist Glück?. wo sofort die Antwort kam: Dass wir in der Sowjetunion leben! Und die folgende Frage war: Was ist Pech?, wo ebenso schnell der Satz fiel: Dass wir so viel Glück haben!

    Jedenfalls sieht der Platz wie am 31. Januar 2026 so aus:

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    Natürlich war hier war mal mehr los:

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    Vergleichsfoto 1909

    Aber nachdem die großen Baugerüste im vergangenen Jahr gefallen sind, wird die Ansicht im Sommer 2026 gleich ganz anders wirken und nicht wie im vergangenen Jahr:

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    Aufnahme vom 11. September 2025

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    Vielleicht kann man als Zeichen neuer Baukultur dann den Fußweg grün streichen oder biotechnologisch alles z.B. mit Efeu zuwachsen lassen ...

    Damit grenze ich hier ab, auch wenn es nur ein ganz kleiner Ausschnitt war, der allerdings in vielen Details nachgelesen werden kann. Es gibt also reichlich Betätigungsfelder, die hier dargestellt und kritisiert wurden.

    So lange die rückhaltlose Aufklärung von SED-Verbrechen nicht stattfindet, Geschichtsklitterung und wie auch die Verleugnung von Martin Luther und den Altvorderen anhält und eben legendierte Wissenschaftsspitzel und karrieregeile Mitläufer Vorrang vor u.a. 27 Nobelpreisträgern haben, kann auch von würdevoller geschichtlicher Kontinuität keine Rede sein.

    Denn natürlich gab und gibt es ausreichend Ideen, Vorschläge, Hinweise und Empfehlungen für die Universität Leipzig und ihre akademische Selbstverwaltung, auch aus der städtebaulichen Misere langfristig wieder herauszukommen.

    Dies ist aber dann ein anderes Thema.

    In der Tat sind in Leipzig die Sanierungsprojekte am wichtigsten, weil sie sich an der damaligen Baukultur ausrichten. Diese fehlt heutzutage in Leipzig vollkommen. Nach über 20 Jahren und nachdem es mir schlicht zuwider ist, in Leipzig neue Betonklötze abzulichten, ist es Zeit, LEonline und anderen den Platz im Forum zu überlassen. Es sind noch vier Beiträge von mir in Vorbereitung.

    Aber da auch Architekten mitlesen bzw. dies weitergegeben werden kann, möchte ich auf einen Vorgang hinweisen, der in der Nachfolge von König Albert an den Ministerpräsidenten des Freistaates Sachsen gerichtet ist und inzwischen beim Sächsischen Staatsministerium für Kultus liegt.

    Es geht um die Vorbereitung eines Schulbauvorhabens, was bestimmt erst in einigen Jahren aktuell wird, was aber Architekten nicht abhalten sollte, sich mit dem Gedanken und mit Einfallsreichtum zu einem Neuen Albertinum vertraut zu machen.

    Bei den gezeigten Leerständen handelt es sich oftmals um temporäre Erscheinungen, wo inzwischen teils Mieter eingezogen oder schon wieder ausgezogen sind. Das gravierende Problem ist aber, daß immer noch die fehlende Kleinteiligkeit nicht bedacht wurde. Wir hatten bereits verschiedene Altaufnahmen zur Großen Feuerkugel einschließlich Innenaufnahmen (Quartier Neumarkt und Universitätsstraße). Und da ist eben mit dem derzeitigen Neubau keine Besserung möglich. Hier ein historischer Bezug 1896:

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    und hier nochmals die aktuellen Bilder Ende 2025:

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    aktuelle Ansicht Universitätsstraße

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    aktuelle Ansicht Neumarkt

    Die Großklotzigkeit läßt kaum sinnvolle Lösungen zu. Und auch vom Burgplatz hatten wir bereits mehrere historische Aufnahmen:

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    Aufnahme Trinckler & Co. , gelaufen 1917

    D.h. damals gab es sowohl für große Geschäfte gute Mietmöglichkeiten, aber auch für kleine!

    Das ist in der heutigen Konstellation mit den einheitlichen großen Scheiben einfach nicht möglich. Hier können sich meist nur Allerweltsketten einquartieren.

    Aber angesichts der vielen innerstädtischen Passagen (außer den renommierten) gäbe es durchaus Hoffnung, denn diese sind derzeit teils zugekleistert oder nur als Hinterhof herabgewürdigt (z.B. abgehend von der Hainstraße). D.h. wenn sich die innerstädtischen Eigentümer oder Eigentümergemeinschaften ein Herz fassen und darauf einigen könnten, wieder kleine Geschäfte dort einzurichten, die eben auch für (nicht ganz so betuchtes) Kleingewerbe jahreszeitlich oder zu bestimmten Anlässen gemietet werden können (analog zu den bekannten Kunstrundgängen), dann wäre das vermutlich bereits die Fläche des Weihnachtsmarktes ...

    Um zu veranschaulichen, welche innterstädtische Qualität es in den Höfen wie in der Petersstraße einmal gab, hier ein Blick zum Hotel Russischer Hof um 1910:

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    Petersstraße 20 (nicht zu verwechseln mit dem Grönländer Petersstraße 24, wo auch noch ein Innenhof besteht)

    Vieles wurde in der Leipziger Innenstadt praktisch zugedeckelt.

    Und nun wird - nachdem einiges wohl nicht recht funktionierte - am Objekt über dem Filmtheater Casino wieder gewerkelt. Auch das zentrale Filmkino Capitol wird (inklusive Orgel ...) bestimmt von vielen vermißt.

    Also es gibt reichlich Möglichkeiten und Besserungsbedarf.

    Zu dem gesamten Komplex Leerstand und Wohnen gehe ich noch bei einem anderen Thema ein, entweder was fehlt oder was wir nicht brauchen ...

    Im Jahre 2008 gaben unter dem Titel "Vernichtet, vertrieben - aber nicht ausgelöscht ..." Prof. Rüdiger Lux und Prof. Martin Petzoldt eine Publikation nach einem Kolloquium der Theologischen Fakultät der Universität Leipzig zum Gedenken an die Sprengung der Universitätskirche St. Pauli am 29. Mai 2008 (im Alten Rathaus Leipzig) heraus. Redebeiträge wurden mitgeschnitten. Da mein Hausverbot an der Universität Leipzig hier nicht galt und ich (ohne Wissen eines Mitschnittes) in der Diskussion einiges sagen konnte, kam es zur Veröffentlichung . Daraus zitiere ich einen Satz:

    "Das, was gegenwärtig am Platz entsteht, um das abschließend zu sagen, ist ein so genanntes "Betonklo", d.h. es entspricht nicht den Grundflächen der Paulinerkirche und ist auch in anderen Dingen überhaupt nicht tragbar. (S.93)

    Um mich nicht zu wiederholen, verweise ich auf die jeweiligen Sachstände ab 1999, die ausführlich das Thema behandeln und bereits dokumentiert sind:

    Zum 600. Gründungsjahr der alma mater lipsiensis im Jahre 2009

    und einige Beiträge insbesondere bis 2012.

    Es ist natürlich einfach, etwas zu sperren oder jemand als Troll zu verunglimpfen, wenn man etwas nicht versteht oder nicht verstehen will.

    Aber bevor man überhaupt diskutiert, möge man die Möglichkeit nutzen, sich mit den Sachgrundlagen vertraut zu machen,

    Wenn man an billiges Wohnen in Leipzig denkt, so sind u.v.a. im Unterschied zur Eisenbahnstraße 117 die Meyerschen Häuser Maßstab!

    hofer481914.jpg

    Hofer Straße 48 im Jahre 1914

    hofer482025.jpg

    gleiches am 1. August 2025 (aufgrund der straßenseitig gegenüberliegenden Bebauung etwas schräg aufgenommen)

    hofer401914.jpg

    Hofer Straße 40 - bereits begrünter Innenhofbereich im Jahre 1914

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    gleiches am 1. August 2025 mit den inzwischen hochgewachsenen Bäumen

    Natürlich gäbe es auch wieder zahlreiche Sanierungsbeispiele zu dokumentieren wie in Lindenau:

    enders691912.jpg

    ehemalige Kaiserstraße 69

    enders692025.jpg

    jetzt als Endersstraße 69 oder in Reudnitz-Thonberg

    nost491925.jpg

    Nostitzstraße 49 im Jahre 1925

    nost492025.jpg

    frisch saniert, Vergleich am 29. Juli 2025 und bereits wieder mit Grafitischmierereien ...

    Aber es gibt auch andere Beispiele:

    gruner81920.jpg

    Sidonienstraße 8 um 1920 und als

    gruner82025.jpg

    Paul-Gruner-Straße 8 am 31. Juli 2025

    oder die Universitätsstraße Ecke Schillerstraße

    uni21900.jpg

    um 1900 und am 29. Juli 2025

    uni22025.jpg

    Durch die "Mensa am Park" mit der Rückversetzung ehemaliger Gebäudestrukturen zu verlorenen Totflächen leidet die Attraktivität der Innenstadt ...

    Weiteres zu den Vergleichen

    Es sei wieder etwas nachgetragen aus dem Stadtbild Leipzigs:

    torg261912.jpg

    Die Torgauer Straße 26 im Jahre 1912, wie sie auch schon in "Der Leipziger" von 1908 etwa erschien und heutzutage:

    torg262025.jpg

    Direkt in der Eisenbahnstraße gab es auch Veränderungen.

    eisen541905.jpg

    Die Melchiorstraße gibt es nicht mehr. Vermutlich wich das Gebäude aus dem Jahre 1905 einer weiteren Bebauung.

    eisen542025.jpg

    Im Jahre 2025 gibt es aber zahlreiche Parkmöglichkeiten für Autos zwischen den Bäumen. Nachzutragen ist auch ein Neubau!

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    Die Eisenbahnstraße 117 war kriegszerstört und folglich Baulücke. Aber nun ist im 21. Jahrhundert unter OBM Burkhard Jung endlich die Lückenschließung gelungen.

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    Vergleich vom 29. Juli 2025 (weiteres siehe xy)

    Nachdem bereits Ulla Heise mit dem Klassiker "Zu Gast im alten Leipzig" grundlegende Bücher zu Kaffee und Kaffeehäusern nebst ihrer Kulturgeschichte verfaßte, erschien nun ganz aktuell von Bernd-Lutz Lange, ebenfalls als langjähriger Gast u.a. des Café Corso, mit "Café Continental" eine weiteres Werk zu den Schmelztiegeln geistiger Auseinandersetzung und Kommunikation. Da wir an dieser Stelle bereits einige Beispiele der Leipziger Baukultur vorgestellt haben, seien zwei Beispiele jener Innenräume gezeigt.

    Zuerst der erste Stock des Kaffeehaus Bauer, wo ein Damenkränzchen (daher das x) ihrer Freundin in Fürth/Bayern im Jahre 1916 die Ansichtskarte schickte:

    bauer3k.jpg

    Natürlich war das Erdgeschoß noch etwas prunkvoller, wenngleich die Karte, die im Jahre 1906 versandt wurde, etwas gehübscht wurde.

    bauer2k.jpg

    Und gleich daneben befand sich das ebenso geschichtsträchtige Hotel de Prusse, das auch Richard Wagner gern besuchte, weshalb ich den Artikel aus "Der Leipziger" von 1908 noch erklärend einfügen möchte.

    Leipzig ist von allen Städten, die sich mit Vorliebe Wagnerstadt nennen, die, die dazu am meisten Berechtigung hat. Ist doch Wagner hier (Brühl 3) geboren und hat er doch einen Teil seiner Jugend in Leipzig verlebt. Und doch fehlt in Leipzig - es ist geradezu beschämend - ein Wagnerdenkmal. Wenn wir hier nur wenigstens ein Wagnermuseum, und wäre es noch so klein, hätten. Manche kostbare Reliquie könnte da aufbewahrt werden. So kommt in einigen Tagen wiederum eine solche in Berlin zur Versteigerung, die gerade für Leipzig ein großes Interesse haben würde. Dem armen Wagner geht es wie Heine. Man will in seiner Vaterstadt nichts von ihm wissen. Unter „man“ sind hier die Herren am Stadtruder zu verstehen. Es ist immer ein heikles Ding, dem Revolutionär ein Denkmal zu errichten. Seine Opern hört man ja ganz gern, aber öffentliche Ehrungen könnten irgendwo Anstoß erregen, wo man es vermeiden will. Und so wird das Wort Wagners wohl noch lange gelten: In meiner lieben Vaterstadt, Was hab' ich dort vom Magistrat?

    Wir bringen jetzt einiges über die neueste Wagnerreliquie. Man schreibt uns:

    Ein interessantes Notenmanuskript Richard Wagners befindet sich in der Sammlung Zeune-Spitta, die zahlreiche wichtige Briefe und Urkunden von Fürsten, Staats- und Kriegsmännern, Dichtern, Gelehrten und Künstlern enthält und vom 23. bis 25. Novbr. durch die Firma J. A. Stargardt in Berlin versteigert wird. Dieses originelle Manuskript ist eine scherzhafte Widmungskomposition für den Leipziger Hotelier Kraft, in dessen „Hotel de Prusse“ Wagner zu wohnen pflegte, wenn er seine Vaterstadt besuchte. Es trägt die Überschrift: „Seinem freundlichen Wirth Herrn Louis Kraft“ und ist unterzeichnet: „Hotel de Prusse, Leipzig. 22. April 1871. Richard Wagner.“ Der Meister befand sich damals auf der Reise von Bayreuth nach Berlin, wo er die Gründung von Patronatsvereinen zur finanziellen Sicherung der Festspiele herbeizuführen suchte.

    Die achttaktige Melodie ist überschrieben: „Mit dankbarer Lebhaftigkeit“ und einstimmig notiert; sie hat festlich-marschartigen Charakter und folgende drei Strophen Text:

    1. Der Worte viele sind gemacht,
    doch selten wird die That vollbracht:
    was ein Hotel zum Eden schafft,
    das sind nicht Worte, sondern Kraft.

    2. In meiner lieben Vaterstadt,
    was hab' ich dort vom Magistrat?
    Der mir hier Wohn' und Wonne schafft,
    das ist der edle Wirth, Herr Kraft.

    3. Von ihm, der mich so schön empfing,
    fortan mein rühmend Lied erkling':
    Des Königthums, der Künstlerschaft
    sinnreicher Wirth, es lebe Kraft!

    wagner71.jpg

    Zum heutigen Feiertag des Buß- und Bettages in Sachsen muß mit zeitlichem Abstand doch einiges gesagt werden.

    Das Thema ist wie auch andere im Forum von Stadtbild Deutschland dafür gedacht, bisher kaum Bekanntes oder bisher nicht bekannte Dokumente zum Thema zugänglich zu machen. Es ist nicht das Thema, aus zweiter oder dritter Hand mit Wikis oder externen Inhalten zu brillieren. Da kann ma gleich z.B. auf die entsprechenden Denkmalseiten blicken.

    Wenn man also glaubt, es hätte niemand bezüglich der Markuskirche recherchiert, so kann man erst einmal bei der zuständigen Gemeinde anfragen und sich die Zusammenhänge erklären lassen.

    Und leider kommt es mir auch sehr bekannt vor, wenn jemand anderen vorschreiben will, was wichtig und gut ist. Wenn HerrK. wirklich im Sinne von Bertolt Brecht agiert, hätte er längst 50 konkrete Beispiele von Gründerzeit und Plattenbauten dokumentieren können.

    Schließlich sind diese dann auch wie die Bilddokumente Meinungsäußerungen!, ohne daß, auch wenn manches nur angedeutet ist, alles ausformuliert werden kann (z.B. die Gesamtdokumentation zur Ludwig-Erhard-Straße).

    Und wenn mal etwas falsch ist bzw. man nicht explizit nachgeschaut hat (meine Rubrik Felerlos - leblohs) kann man schnell und problemlos einfach nachschlagen. Da muß man nicht erst den Professor für sozialistischen Städtebau bemühen ...

    Zur Rückbenennung der Straße der Befreiung zur Dresdner Straße:

    Datum des Beschlusses: 19.11.1991 Datum des Inkrafttretens: 01.01.1992

    siehe Lexikon Leipziger Straßennamen 1995 Verlag im Wissenschaftszentrum Leipzig, das unter Leitung von Gina Klank (Stadtarchiv Leipzig) sowie Sylvia Jarmuzewski und Ursula Weißflog sowie vielen anderen engagierten Mitstreitern herausgegeben wurde.

    Zur Publikation, die auch dem genialischen Korrekturlesen von Gernot Griebsch zu verdanken ist, noch eine kleine Anekdote. Er verwies auf die bezeichnende Unterstützung durch die Leitung der Leipziger Stadtverwaltung auf der Seite 6. Während im entsprechenden Münchner Lexikon sich der Oberbürgermeister es sich nicht nehmen ließ, mit einem Grußwort die Veröffentlichung, die dann in mehreren Auflagen erscheinen konnte, zu unterstützen, blieb in Leipzig die Seite trotz Nachfragen leer ...

    Zurück zu Reudnitz und dem heutigen Verlegerviertel:

    rath20241910.jpg

    Reudnitz 04315 - Leipzig, jetzige Reclamstraße u.a. 15 (13.11.2024) , ehemals Rathausstraße um 1910

    Und hierzu muß ergänzt werden, daß Fördergelder aus dem Konjunkturpaket 2 nach dem ausdrücklichen Willen von Herrn Burkhard Jung dafür verschwendet wurden, daß die Bürger auf den Trümmerteilen u.a. der Markuskirche in der Etzoldschen Sandgrube spazierengehen sollen. Das wurde schon im Jahre 2009 von den Medien explizit gerügt.

    Es muß daher nochmals betont werden, man bezüglich der Quellen bei Halbwahrheiten, egal ob in der Verwendung von Wikipedia oder wem auch immer, vorsichtig sein sollte. Das muß jeder für sich selbst herausfinden.

    Bezüglich des linksseitigen Verlaufes der Ludwig-Erhard-Straße ist es leider auch nicht günstiger, weshalb ich es den Nutzern eigentlich ersparen wollte. Aber bitteschön:

    erhard7.jpg

    beide Aufnahmen 9.11.2024

    erhard8.jpg

    Im übrigen sind mehrere "Baustellen" vermutlich wie diese in Leipzig tot.

    Abschließend möchte ich aber noch einen Plan für die Allgemeinheit bereitstellen, damit eine bessere Zuordnung erfolgen kann für weitere Aufnahmen, die wir bereits im Forum gesehen haben oder für die Sammler, die dies noch tun möchten. Wie aufmerksame Leser sicherlich bemerkt haben, hatte ich weiter oben bei der Ranftschen Gasse 8 versehentlich eine falsche Zahl eingetippt. Und auch den Vergleich zur Ranftschen Gasse 14 würde ich heute anders fotografieren.

    reudnitz1.jpg

    aus dem Leipziger Stadtplan nachgetragen bis Ende Juni 1914 Maßstab 1:10000

    Prima, Rastrelli, fein gemacht. Setzen. Da man hier nun wiederholt im Forum erleben kann, wie fingerschnipsend neunmalklug mit Halbwahrheiten und Fremdwissen gepunktet werden soll, muß ich noch einmal betonen, daß es bei Stadtbild Deutschland eigentlich darum geht, möglichst adäquat städtebauliche Leistungen bewußt zu machen und durch Kriege und Diktaturen verlorene Kulturwerte sich wieder anzueignen.

    Aber da nun Rastrelli wünscht, sich auf die Ludwig-Erhard-Straße berufen zu müssen, wo doch die Stadt Leipzig heutzutage Bennungen nach Frauen favorisiert und Ludwig Erhard und Leipzig eigentlich fremd sind, habe ich mich auf meine alten Tage zu diesem Ort wiederum begeben, um ihm den Gefallen zu machen (alle aktuellen Fotos vom 9. November 2024).

    erhard1.jpg

    Ausgehend von der Dresdner Straße sieht man, daß bei dieser städtebaulichen Glanztat nicht nur die Dresdner Straße 27, sondern die ganze rechte Seite der ehemaligen Grenzstraße weggesenst wurde.

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    Hier zur Bestätigung das Straßenschild mit weiteren Straßenverlauf Richtung Eisenbahnstraße.

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    Sehr anheimelnd sind damit auch die Querstraßen verbunden.

    erhard4.jpg

    Und natürlich gab es für diese Verkehrsführung auch ausreichend Fördergelder für breite Wege für Radfahrer und Fußgänger. Letztere nutzen diese Strecke allerdings kaum, nicht nur wegen dem Lärm und Feinstaub. Zum Prominieren eignet sich dieser Weg garantiert nicht.

    Früher sah dieser Stadtteil noch etwas anders aus. Wir hatten dies bereits bei der Umgebung der Eisenbahnstraße abgehandelt, aber bitteschön. Hier ist die Ranftsche Gasse 14.

    ranft1903.jpg

    Und hier ist die nunmehr gespaltete Ranftsche Gasse heute.

    erhard5.jpg

    Dazu ein historischer Vergleich:

    ranft8.jpg

    Die Ranftsche Gasse 4 im Jahre 1908

    Und wir hatten als nächste Querstraße die Kreuzstraße Ecke Grenzstraße

    grenz1909.jpg

    vermutlich auch im Jahre 1908 (Stempel unleserlich)

    grenz2018.jpg

    Vergleich 17. April 2018

    erhard6.jpg

    Vergleich 9. November 2024. Man sieht deutlich den Kulturfortschritt.

    Freundlicherweise hat LEonline schon zum weiteren Verlauf an der Dresdner Straße diplomatisch formuliert, daß dort etwas weiter "verdichtet" wird.

    Denn es besteht immer die Gefahr, daß man etwas Schlechtes schönredet. Das kann aber zweifellos entkräftet werden. Denn diese anonymen Kisten bzw. auswechselbaren Wohnschließfächer stellen verglichen mit der dort ehemals vorhandenen Baukultur keine qualitative Bereicherung für Reudnitz dar. Das einzig Sehenswerte auf der Internetseite ist Stentzlers Hof selbst. Aber da ist ja nicht von diesem Büro.

    Vor dem Hintergrund von KI, wo sich eigentlich die gesamte Palette architektonischer Gestaltungsvielfalten grundlegend anpassen und menschenfreundlicher entwickeln kann, ist hier absolut nichts zu spüren.

    Früher war das noch anders.

    baumeister.jpg

    Da gab es noch die Ausbildung zum Baumeister und zum Architekten.

    Und das Ganze ohne Computer ...

    Auch wenn dieses Thema längere Zeit nicht erweitert wurde, ist doch Einzelnes (xy und andere Stichworte) weiter in Bilddokumenten bedacht worden. Zudem sind zwei Links zu erneuern, da die Universität Leipzig ohne Rücksprache dies von ihren Servern nahm. Dies betrifft u.a. das Umfeld Inselstraße und die ehemalige Blumengasse im Jahre 1990 sowie das Fechner-Haus selbst.

    Das Atmosphärische dieses Hauses betraf auch weitere Gebäude der Dresdner Straße.

    biermann1.jpg

    Wenn also eine Karte in die Sammlung aufgenommen werden kann, so ist erst einmal die genauere Verortung angesagt.

    biermann3.jpg

    biermann4.jpg

    Das heißt, wir haben im weiteren Verlauf der Dresdner Straße eine beschauliche Szenerie auch mit Gartenlokal.

    Wenn man nun nach dem Kulturfortschritt in unserer Zeit fragt, muß man wissen, daß sofort nach der "Wende" der Ruf nach einer autogerechten Stadt mit der Forderung für ein "Tangentenviereck" erschallte und kaum nach einem städtebaulich integriertem oder gar ökologisch ausgerichtetem Verkehrskonzept (vermutlich wurde nur so weit gedacht, wie die Bestechungsgelder reichten). So wurde die Grenzstraße zur anonymen Durchfahrtspiste. Es genügt daher ein Foto, um die heutige Attraktivität der Stadt Leipzig an jener Stelle zu fixieren:

    dresd272024.jpg

    Dresdner Straße Ecke ehemalige Grenzstraße (aufgenommen am 6.11.2024)

    Wer sich im Sinne von Gustav Theodor und Clara Fechner engagieren möchte, kann dies gern tun.

    Leider kann ich im Unterschied zu LEonline ja in dieser Rubrik nur vorstellen, was sich so überhaupt mal anfindet bzw. was einem wie beim Sonntagsspaziergang über den Weg läuft:

    papierm820241910.jpg

    04299 Leipzig Papiermühlstraße 8 (Stötteritz) 22.09.2024 und um 1910

    Und was schon immer bei xy stand, aber fast gleich um die Ecke bisher nicht zugeordnet war:

    schoenb5920241930.jpg

    04299 Leipzig Schönbachstraße 50 (Stötteritz) 22.09.2024 und um 1920

    Die Einschätzung ist korrekt. Es ist eben nicht alles schön und gut!

    Dennoch möchte ich anhand eines klitzekleinen Beispieles zeigen, daß die temporären Differenzierungen eine wichtige Rolle spielen.

    Die Kronprinzstraße und jetzige Kurt-Eisner-Straße 43 war bereits auf Seite 1 im Bild.

    Heute zeigt sich die Szenerie so:

    eisner4320240922.jpg

    Die Haustür (nicht im Bild) wurde grade frisch gestrichen. Zwei Schilder zeigen das gegenwärtig an (22.09.2024).

    Sogar eine kurzzeitige abendliche Kabarettsendung vom Ersten wurde hier nach der "Wende" gedreht.

    Zu DDR-Zeiten kamen u.a. zahlreiche Schichtarbeiter nach ihrer Ablösung über den Connewitzer Bahnhof von Böhlen und Espenhain hierher. Allerdings war im Jahre 1987 damit Schluß, nachdem der Kneiper das Zeitliche segnete.

    bocc1987.jpg

    Doch kaum jemand weiß, daß dieses Kneipenleben schon in den frühen 1930er Jahren begann:

    fisch1934.jpg

    Es ist folglich auch eine teils über hundertjährige Zeitspanne in diesem Viertel zu verzeichnen.

    Daß dabei der II. Weltkrieg unersetzbare Lücken riß, ist ein Teil der Geschichte. Aber ein anderer Teil ist, wie man damit umgeht, diese wieder zu füllen und die mangelhafte Baukultur zu DDR-Zeiten wieder zu ersetzen. So ist man in der jetzigen Kurt-Eisner-Straße bemüht, den Straßenzug wieder herzustellen. Nur was ist, wenn ein Eigentümer nach alten Abbildungen und Vorlagen bauen will, dies sogar öffentlich bekanntgibt, aber die Stadt Leipzig, die zu SED- und Stasi-Zeiten diese vermutlich vernichtete und auch weiter kein Interesse hat, dies aufzuklären, damit praktisch an SED- und Stasi-Verbrechen nur anknüpft?

    Hier tritt das ein, was Klassiker zu Recht beanstandet.

    Die gegenwärtigen Neubauten können nicht das Eigenleben der Kronprinzstraße erreichen. Vielleicht wird man in zwanzig Jahren wieder so weit sein, daß es neben Architekten auch Baumeister gibt ...

    An weiteren Beispielen kann man das ersehen.

    Die Problemlage bringt es leider mit sich, daß noch nicht alle Kapitel ausformuliert sind.

    Kontext