Stadtbild Deutschland e.V. begrüßt ausdrücklich die Ambitionen der Prämonstratenser, einen Kloster-Neubau zu errichten und damit künftig angemessene Räumlichkeiten für das vielfältige Engagement zur Verfügung zu haben und damit einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Stadtbild Deutschland e.V. weist dennoch darauf hin, dass der aktuelle Entwurf in keinster Weise dem besonderen Standort gerecht wird. Der Klosterneubau soll an einer besonders sensiblen Stelle, nämlich dem letzten Rest „historischer Altstadtbebauung“ der nördlichen Magdeburger Innenstadt entstehen. Der Standort zwischen Petri- und Wallonerkirche an vorderster Front zur Elbe bedarf daher eines Neubaus, der sich sensibel in die bestehende Bebauung einzufügen vermag und hinsichtlich Kubatur, Gliederung und Materialität die historischen Besonderheiten aufgreifen kann.

Der aktuelle Entwurf des Architekten Hubertus Trompeter, welcher der Spendenplattform betterplace.org entnommen wurde, ist dazu architektonisch in keiner Weise in der Lage. Er ist ein modernistischer Solitärbau, welcher sich bewusst von seiner historischen Umgebung abgrenzen will. So erreicht man kein harmonisches Ensemble und so stellt das Gebäude auch keinen Mehrwert für das Stadtbild dar. Mit diesem Bau würde ein weiterer Bruch im Stadtbild erzeugt, von denen es in Magdeburg bereits zu viele gibt.

Stadtbild Deutschland e.V. möchte aber nicht nur Kritik äußern, sondern mit einem Gegenentwurf zeigen, wie ein standortgerechter, harmonisch sich einfügender Neubau aussehen könnte. Unser Gegenvorschlag, der von dem Bremer Architekten Axel Spellenberg entworfen wurde, nimmt die Bruchstein-Materialität der hochgotischen Wallonerkirche und der prägenden Steinmauer auf und vermittelt so ein spezifisches Altstadtgefühl.

Mit der Verwendung eines typischen Schrägdaches wird die Dachform der benachbarten Kirchen aufgegriffen. Darüber hinaus wird eine Anknüpfung an das zerstörte Knattergebirge geschaffen, wo Schrägdächer die charakteristische Dachform darstellten. In das Schrägdach werden Dachgauben eingebaut, was de facto die Nutzung eines fünften Geschosses ermöglicht.

All diese Verbesserungen sind, nach unseren Erfahrungen mit ähnlichen Projekten im Bundesgebiet und nach Auskunft zahlreicher Architekten, ohne größere Mehrkosten möglich.

Axel Spellenberg hat Details wie Fensterbrüstungen, Risalite, Dachbänder und anderes bewusst im Unscharfen gelassen. Dies wäre Aufgabe umfassenderer Planungen. Stadtbild Deutschland e.V. möchte mit diesem Entwurf zeigen, wie ein harmonisches Ensemble geschaffen werden kann, welches dem besonderen Standort gerecht wird.

Stadtbild Deutschland e.V. bittet ausdrücklich, die aktuellen Entwürfe grundhaft zu überarbeiten und bietet dafür seine ehrenamtliche Unterstützung an.


Mit freundlichen Grüßen
Stadtbild Deutschland e.V.


Christian Noah
Vorsitzender Ortsverband Magdeburg

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