Dresden - Hochhäuser

Die Kritik an Dresdens Baupolitik und den offensichtlichen Fehlern des eigenen Stadtplanungsamtes reißt nicht ab, zuletzt zeigte sich beim Thema „Hochhäuser in Dresden?“ die Unzulänglichkeit der städtischen Planungen. Doch wie steht es mit der Verantwortung und dem Engagement des eigenen Oberbürgermeisters? Zu diesem Thema haben wir Oberbürgermeister Dirk Hilbert drei Fragen gestellt und hoffen auf eine Antwort!

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dirk Hilbert,

als Vorstandsmitglied des Vereins „Stadtbild Deutschland e.V.“, eines deutschlandweit sich um qualitätvollere Architektur bemühten Vereins, hatte ich Gelegenheit, der Infoveranstaltung der GHND zum Thema „Braucht Dresden Hochhäuser?“ am 29.10.18. im Stadtmuseum beizuwohnen.

Konsens der Veranstaltung war, dass Hochhäuser prinzipiell nichts Schlechtes für Dresden sein müssen, solange sie qualitativ hochwertig gestaltet sind, vor allem aber: Solange sie sich nicht innerhalb des 26er Rings befinden.
Interessant waren aber die Informationen, die während der Veranstaltung von den Diskutanten zu vernehmen waren. Dazu gehörten sowohl Stadträte  wie auch Bauexperten. Diese Informationen waren zum Teil alarmierend und werden auch außerhalb Dresdens von anderen Vereinen, Initiativen und Bürgern mehr und mehr irritiert wahrgenommen.

Die Lösung der damit verbundenen Probleme  erfordert Ihr persönliches Handeln und kann daher nicht an ein Ressort abgegeben werden.

Daher möchte ich an dieser Stelle  drei wichtige Fragen an Sie richten:

Endlich wurde von einzelnen Stadträten offen ein Problem ausgesprochen, welches man bisher nur hinter vorgehaltener Hand zu hören bekam: Die Stadtregierung –bestehend aus Stadtrat, Bauausschuss, Baubürgermeister und letztlich auch Ihnen) habe die eigene Verwaltung nicht im Griff. Das Dresdner Stadtplanungsamt führe ein Eigenleben, welches sich von der eigentlichen Exekutive abgekoppelt habe. Die Arbeit des Stadtplanungsamtes sei zudem qualitativ schlecht, eine eigentliche Planung sei von dort mitunter kaum zu bemerken.

Dafür spricht z.B., dass bis heute kein Hochhauskonzept seitens Ihres Stadtplanungsamtes erstellt wurde, obwohl das Thema schon seit Jahrzehnten diskutiert werde.

Dafür spricht, dass Dresdens Neubauten (abseits des Neumarktes, der ja bekanntlich Ergebnis starken bürgerschaftlichen Engagements ist) wegen nicht vorhandener ästhetischer Qualität immer öfter zu öffentlichem Unverständnis führen.

Dafür spricht, dass Dresden seit geraumer Zeit mit immer mehr offensichtlichen Bausünden „bereichert“ wird, deren schlichte, würfelmassige Grauqualität vielleicht eines Gewerbegebietes würdig wären, aber ganz sicher nicht einer Stadt, die den Beinamen Elbflorenz trägt!

1. Inwiefern haben Sie persönlich ein Problemverständnis dafür entwickelt und was haben Sie persönlich dahingehend in letzter Zeit unternommen?

Thema der Veranstaltung war auch der neue, geplante Erweiterungsbau Ihrer Stadtverwaltung am Ferdinandplatz und dessen zukünftiges Aussehen. Auch hier wurde Kritik laut, z.B. dass die Fassadengestaltung dringend individueller und dresdentypischer gestaltet werden solle.

Laut Auskunft der Stadträte sei seitdem in Sachen Fassadengestaltung vom Stadtplanungsamt nichts unternommen worden!

Es ist also zu erwarten, dass Dresden am Ferdinandplatz ein weiterer, seelenloser Klotz bevorsteht, der dem Stadtbild einmal mehr ästhetisch nicht gerecht wird.

2. Was gedenken Sie persönlich dagegen zu unternehmen?

Ihr Baubürgermeister hat sich für die Veranstaltung krank gemeldet. Das ist legitim, krank werden kann jeder einmal. Das Raunen im Publikum, als dies zur Sprache kam, ließ aber darauf schließen, dass viele Zuschauer dahinter ein taktisches Manöver vermuteten, wonach Ihr Baubürgermeister diesem Thema und der Diskussion ausweichen wollte. Bezeichnend war außerdem, dass er keinen Stellvertreter dorthin schickte und auch sonst niemand vom Stadtplanungsamt offiziell zugegen war.

3. Wie stehen Sie persönlich zu dieser Problematik und sehen Sie nicht auch die Notwendigkeit, endlich Nägel mit Köpfen zu machen?

Mit freundlichen Grüßen

Manuel Reiprich

Pressesprecher Stadtbild Deutschland e.V.

Schreibe einen Kommentar