Zum anstehenden Schlosskeller-Gipfel mit Neustrelitzer Stadtvertretern am Mittwoch, dem 7. März 2018, im Finanzministerium in Schwerin. Es äußert sich der Regionalverband Mecklenburg-Strelitz des deutschlandweiten Vereins Stadtbild Deutschland, der sich für den Erhalt und die qualitätvolle Weiterentwicklung historischer Bauten und Stadtbilder einsetzt:

Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) verkündete im Februar überraschend, dass eine Zuschüttung der Schlosskeller von Neustrelitz nicht zu erwarten sei, nachdem die Schloss-Konferenz im Januar mit knapp 200 Teilnehmern vehement den Erhalt des wertvollen, geschützten Denkmals einforderte. Das ebenfalls eingeladene und für den Schlossberg bis dato zuständige Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommerns fehlte dort leider. Das nun für diesen Mittwoch vorgesehene Treffen mit Neustrelitzer Stadtvertretern in Schwerin ist daher ein positives Signal seitens des Finanzministers Brodkorb, zugleich wäre ein Treffen in Neustrelitz naheliegend gewesen. Das Ministerium sollte hier künftig seiner Pflicht zur Bürgernähe nachkommen. „Sollte dies nicht der Fall sein, ist der Bürgerbeauftragte Crone erster Ansprechpartner“, so Bertram Barthel vom Regionalverband Mecklenburg-Strelitz des Vereins Stadtbild Deutschland.

„Die vom Land geplante Zuschüttung für 1,2 Millionen Euro widerspricht dem Denkmalschutz der erhaltenen Kelleranlagen, das Geld sollte besser für die Restaurierung und Begehbarmachung der Keller genutzt werden“, merkte die renommierte Denkmalschützerin Sabine Bock bereits auf der Schloss-Konferenz unter Schirmherrschaft der Stiftung Mecklenburg an. Beispiele für historische Kelleranlagen, die sogar zu Touristenmagneten wurden, gebe es weltweit etliche, etwa durch Führungen und Ausstellungen. Tobias Woitendorf vom Tourismusverband MV merkte an, dass die Übernachtungszahlen in Neustrelitz seit 2010 um ganze 40% zurückgegangen sind, frische Ideen für den Kulturtourismus seien daher dringend gefragt. Die Stadt liegt schließlich günstig in der Urlaubsregion der Kleinseenplatte.

Bei Stadtbild Mecklenburg-Strelitz sieht man es genauso: „wenn Neustrelitz künftig nicht weiter so kopflos in der Bedeutungslosigkeit versinken will, dann müssen Kopf und Herz der Stadt endlich repariert werden, in Form des Schlossberges. Dies ist ein wichtiger Faktor für die Zukunft der Stadt und der Region Mecklenburg-Strelitz.“ Die Stadtbild-Gruppe hofft daher auf eine fruchtbare Kooperation zwischen Land, Stadt, Kreis, Stiftung Mecklenburg und den Bürgerinitiativen. Falls das Land seiner Verantwortung für das Schlossgrundstück nicht gerecht werden will oder kann, wäre eine Option wie bei der benachbarten Schlosskirche denkbar. Nach den abgeschlossenen Sanierungsmaßnahmen auf dem Schlossberg könnte die Zuständigkeit dann vom Land auf die Stadt übergehen. „Damit hätten die Stadt Neustrelitz, der Landkreis und die Bürger der Region alle Gestaltungsmöglichkeiten selbst in der Hand“, so Bertram Barthel vom Stadtbild-Verein.

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