Bildquelle: Pakertharan Jeyabalan/Stadtbild Deutschland e.V.

In Hamburg gibt es derzeit eine lebhafte Diskussion um einen möglichen Wiederaufbau der ehemaligen, durch die Nazis zerstörten Synagoge am Bornplatz. Wie soll sie aussehen? Ganz klar, dass für Stadtbild Deutschland nur eine möglichst originalgetreue Rekonstruktion infrage kommt. 

 

Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge – Ja zur Rekonstruktion!

Deutschlandweiter Stadtbildverein setzt sich für die Rekonstruktion der Bornplatzsynagoge ein

Für Hamburg bietet sich eine große städtebauliche Chance, denn ein zukünftiges jüdisches Zentrum am heutigen Joseph-Carlebach-Platz, mit der rekonstruierten Synagoge als Mittelpunkt, könnte sich zu einer optischen und kulturellen Attraktion der Stadt Hamburg entwickeln. Ähnliches haben wir schon bei der Neuen Synagoge in Berlin erlebt, sagt der Vorsitzende, Tilo Bergmann.

Ein zukunftsorientiertes Nutzungskonzept mit einer darauf abgestimmten Innenarchitektur würde sowohl den Belangen der jüdischen Gemeinde als auch den Bedürfnissen der interessierten Öffentlichkeit Rechnung tragen. Schulen, Universität und Kultureinrichtungen haben dann einen zentralen Ort, an dem jüdisches Leben von heute und das der Vergangenheit sichtbar wäre.

Der Verein Stadtbild Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, traditionelle und regionale Architektur zu fördern und, wo es sinnvoll ist, für den Wiederaufbau kulturell besonders wertvoller Bauten einzutreten. Zu diesen besonders wertvollen Bauten zählt unserer Ansicht nach aus städtebaulichen und geschichtlichen Gründen auch die ehemalige Synagoge am Bornplatz aus dem Jahre 1906. Der historische Sakralbau im neoromanischen Stil bildete mit der Talmud-Tora-Schule ein Ensemble, das sich harmonisch in das architektonische Umfeld der Gebäude im Grindelhof einfügte, und dieses auch in naher Zukunft wieder bereichern könnte.

Deshalb unterstützt Stadtbild Deutschland mit seinem Hamburger Ortsverband das Bestreben der Jüdischen Gemeinde und der Initiative Wiederaufbau Bornplatzsynagoge, das Gebäude möglichst angelehnt an das Original zu rekonstruieren. Dies wäre auch im Einklang mit dem Willen der Bürgerschaft. Hierzu Etta Ehlers, die Leiterin des Hamburger Ortsverbands: „Wir freuen uns mit unserer Expertise an der Seite der jüdischen Gemeinde, der Initiative und der Stadt an einer schnellen Umsetzung des einstimmigen Bürgerschaftsbeschlusses vom 12.02.2020 mitwirken zu können“. Dort heißt es„Ebenso erkennt die Bürgerschaft das Bedürfnis der JGHH an, dass die neue Synagoge in ihrer Gestaltung und in ihren Dimensionen an die zerstörte Bornplatzsynagoge anknüpft.“

 

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